13. Juni 2024
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TICKER: Auswirkungen von Sturmtief ZOLTAN

MÄRKISCHER KREIS (mk) Das Sturmtief Zoltan hält seit dem Donnerstag, 21. Dezember, auch die Feuerwehren im Märkischen Kreis im Dauereinsatz. Zahlreiche Einsätze fordern seit dem frühen Nachmittag die Löschzüge- und gruppen im Volmetal. Wir berichten weiter laufend über das aktuelle Geschehen!

Heiligabend, 9.00 Uhr: In den vergangenen 24 Stunden gab es im Volmetal keine nennenswerten Sturmschäden mehr. Zwar wurde der Pegel der Volme im Blick behalten, aber von einer konkreten Gefahr ist man beispielsweise bei der Halveraner Feuerwehr nicht ausgegangen. Umfangreiche Starkregenfälle sind ausgeblieben, und die Pegel von Volme und der Lenne sinken aktuell wieder. Die Wetterprognosen sind etwas uneins, lassen aber nichts Dramatisches mehr erwarten. MEIN KIERSPE wird aber weiter Informationen abfragen und bündeln. Wir werden diesen Ticker noch nicht beenden, wünschen aber auch an dieser Stelle frohe und besinnliche Weihnachtstage!

Samstag, 8.30 Uhr: Die vergangene Nacht war zumindest im Volmetal ausgesprochen ruhig. Regnerisch und stürmisch zwar, aber ohne Auswirkungen. Etwas mehr zu tun hatten die Feuerwehren hingegen im Nordkreis: Hier kam es vereinzelt zu vollgelaufenen Kellern und überschwemmten Straßen. Hinsichtlich der Prognosen unterscheiden sich die Modelle: Während unwetterzentrale.de eine deutliche Entschärfung der Wetterlage prognostiziert, warnt der Deutsche Wetterdienst mit einer Unwetterwarnung der zweithöchsten Stufe 3 vor ergiebigem Dauerregen. Betroffen sind Südwestfalen, aber auch die Stadt Hagen und Teile des Bergischen Landes.

Freitag, 20.40 Uhr: Es war zu befürchten: Wie die Feuerwehr Halver soeben mitteilte, hat der Pegel der Volme an der Messstelle Stephansohl den “Hochwasserinformationswert 1” überschritten. Das könnte demnächst kritisch werden: “Wir haben die Lage im Blick”, erklärt Jörn Maximowitz. “Wir rechnen aber mit weiteren Regenfällen”, so der Pressesprecher der Halveraner Wehr.
Darüber hinaus kommt es am Abend wieder vermehrt zu kleineren Einsätzen im Kreisgebiet, zumeist zur Beseitigung von Bäumen auf der Straße.

Freitag, 15.00 Uhr:
Der Märkische Kreis gibt einen Überblick über die bisherigen Auswirkungen des Sturmtiefs: “Umgestürzte Bäume, herabfallende Äste, blockierte Straßen und Sturmschäden an Gebäuden: Am vergangenen Donnerstag wurden über die Kreisleitstelle 137 wetterbedingte Einsätze der Feuerwehr geordert. Größere Verletzungen wurden glücklicherweise nicht bekannt. Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 85 Kilometer pro Stunde und ergiebiger Dauerregen mit Regenmengen von 60 bis 80 Litern auf den Quadratmeter setzten den Märkern zu. Die Einsatzkräfte rechnen in den nächsten Stunden mit anhaltenden Herausforderungen, insbesondere aufgrund hoher Pegelstände an Lenne, Volme und Hönne”, erklärte Pressesprecherin Ursula Erkens in einer Presse-Mail.

Freitag, 13.45 Uhr: Es regnet teilweise kräftig, so wie es angekündigt war. Noch ist es im Südkreis, speziell im Volmetal, zu keinen nennenswerten Überflutungen gekommen, doch der Pegel der Volme steigt. Speziell in Halver scheint der Wasserstand an vielen Stellen nicht mehr weit von der Uferhöhe entfernt zu sein. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Stunden entwickeln wird.

Die Volmestraße bei Kierspe-Bollwerk

Freitag, 22. Dezember, 8.00 Uhr: Entgegen mancher Befürchtungen blieb es in der vergangenen Nacht sturmtechnisch recht ruhig. Aus dem Volmetal ist bislang lediglich ein Einsatz bekannt: In Halver musste der Löschzug Bommert ausrücken. Wieder einmal lag ein Baum auf der Straße. Die Victoriastraße in Schalksmühle soll bei Tagesanbruch geräumt werden. Hier lagen zwischen den Hausnummern 26 und 43 soviele Hindernisse auf der Fahrbahn, dass an eine Beseitigung in der Nacht nicht zu denken war. Heute ist das aber keine Aufgabe mehr, mit der sich die Feuerwehr befassen muss. Für die Kiersper Wehr gab es in der Nacht nichts zu tun. Auch aus Lüdenscheid kommen keine aussergewöhnlichen Meldungen, aber immerhin 19 Gefahrenstellen wurden unschädlich gemacht. Neben umgeknickten oder entwurzelten Bäumen musste die Feuerwehr auch Baustellenabsperrungen und Warnbaken aufrichten. Eine Straße, die L694 bei Wettringhof, ist aber bis auf Weiteres gesperrt.

23.15 Uhr: Die Feuerwehr Halver löst ihren Meldekopf auf, ein Zeichen für Entspannung der Lage. Dennoch rechnet man dort mit weiteren Einsätzen in der Nacht. Zumal der Pegel der Volme inzwischen auf 104,4 Zentimeter gestiegen ist!

22.15 Uhr: Auch von der Kiersper Wehr liegt nun eine Zusammenfassung der bisherigen Einsätze vor. Hier hatte vor allem der Löschzug Neuenhaus / Vollme mehrere Einsätze abzuarbeiten, allesamt Fälle für die Kettensäge. Mittlerweile ist auch bekannt, worum sich Kameraden vom Löschzug Stadtmitte am frühen Nachmittag kümmern mussten: An der Jet-Tankstelle an der Kölner Straße hatten sich Teile der Fassade gelöst. Hier mussten nun die Bleche wieder fixiert werden, damit sie nicht herabstürzen. Insgesamt bezeichnet Pressesprecher Christian Schwanke die Lage aber als recht ruhig, vor allem angesichts der Wetterlage nicht außergewöhnlich.

Lose Bleche der Fassade wurden gegen Herunterfallen gesichert. FOTO: Feuerwehr Kierspe

21.00 Uhr: Ist es die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm? In Kierspe hat sich das Wetter spürbar beruhigt, im Volmetal derzeit keine nennenswerten Feuerwehreinsätze. Bislang hat die Halveraner Wehr rund ein Dutzend mal ausrücken müssen. Auch hier ist eine Straße erstmal gesperrt: Kein Durchkommen “Am Wiebusch”. Der im Gerätehaus Stadtmitte eingerichtete Meldekopf bleibt weiterhin besetzt.

20.15 Uhr: Den Pegelstand der Volme hat man in Halver kritisch im Blick. Der beträgt derzeit 94,3 Zentimeter, nicht mehr weit vom “Informationswert 1” entfernt, der an der relevanten Messstelle mit 1,10 Meter definiert ist. Davon ist man zwar noch spürbar entfernt, aber in der vergangenen Nacht zu Donnerstag lag der Stand gerade einmal bei 42,5 Zentimetern. Wenn der “Informationswert 1” erreicht ist, beginnt laut der Hochwasserwarnungen im Land NRW “das Ausufern von Gewässern.” Land- und Forstwirtschaftliche Flächen sowie Verkehrsflächen können überflutet werden. In Halver hat man aus der Einsatzlage erste Konsequenzen gezogen: “Wir haben unseren Meldekopf in Betrieb genommen”, berichtet Pressesprecher Jörn Maximowitz. Das Besetzen der Gerätehäuser sei zwar noch nicht angeordnet worden, aber bereits jetzt würden sich viele Feuerwehrleute vorausschauend dort aufhalten. Der eigene Meldekopf stellt eine kleine Leitstelle dar. Von hier können Einsätze von ortskundigen Feuerwehrleuten besser koordiniert werden, ausserdem wird die Kreisleitstelle des Märkischen Kreises dadurch entlastet.

19.45 Uhr: Eine erste Einsatzstatistik kommt von der Schalksmühler Wehr. Im Vergleich zu anderen Kommunen sei Schalksmühle momentan eher weniger betroffen, so Pressesprecher Marc Fürst: “Es handelt sich um eine ganz normale Sturmlage, wie sie jedes Jahr auftritt.” Der erste Einsatz für die Löschgruppe Hülscheid war “nicht der Rede wert”, lediglich ein paar Äste hätten von Hand entfernt werden müssen. Die Dahlerbrücker Kameraden mussten einen Baum von der Glörstraße entfernen. Zwei weitere fielen in das angrenzende Gebiet der Feuerwehr Breckerfeld. Auf dem Reeswinkeler Weg und vor allem der Viktoriastraße mussten sie aber wieder tätig werden. Diese ist bis auf Weiteres auf einem Teilstück durch den Wald gesperrt. Die Löschgruppe Schalksmühle half hier noch bei Absperrmaßnahmen, musste anschließend zur Volmestraße in Höhe Stücken. Hier sollte laut der Alarmierung ein Baum auf der Straße liegen, war aber für die Einsatzkräfte nicht aufzufinden. Für Schalksmühle gilt aktuell: Weder das Besetzen der Gerätehäuser noch ein eigener Meldekopf sind nötig.



ERSTMELDUNG 19.00 Uhr:
In Kierspe musste der Löschzug 1 am Nachmittag zur Jet-Tankstelle am Wildenkuhlen ausrücken. Über Details des Einsatzes ist noch nichts bekannt. Der Löschzug 4 musste bereits mehrfach umgekippte Bäume von der Straße entfernen. So auch “Auf der Mark”: Zwischen Feld und Vornholt musste die Motorsäge ran, auf dem Rückweg gleich nochmal: Nahe der Einmündung zur L524 lag der nächste Baum flach. Nach wenigen Minuten hatten drei Wehrleute aber auch diese Gefahrenstelle im Griff, und ein “gestrandeter” Autofahrer konnte weiterfahren.
Aktuell ist zumindest für Kierspe kein Besetzen der Gerätehäuser angeordnet, auch ein Meldekopf zur innerstädtischen Koordination der Einsätze ist noch nicht notwendig. Das kann sich angesichts der Prognosen aber ändern, obgleich Pressesprecher Christian Schwanke im Moment noch nicht konkret damit rechnet. Auch die Hochwassergefahr hält er für überschaubar, trotz des merklich gestiegenen Volme-Pegels.
In Halver ist die Feuerwehr ebenfalls im Dauereinsatz, etliche Bäume mussten von der Straße geholt werden. Einmal musste ein Baum von der Hubrettungsbühne aus zurückgeschnitten werden, ein anderes Mal lag ein Dixi-Klo auf der Fahrbahn. Bislang also ein typisches Szenario.