23. Juni 2024
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Respekt vor Pollern hält sich in Grenzen: Frisch aufgestellt, schon “umgenietet”


Update:

Inzwischen hat die Stadtverwaltung auch eine Presseerklärung zu den baulichen Maßnahmen veröffentlicht. Darin wird geschildert, welche Probleme sich immer wieder an der betroffenen Stelle ergeben: “Die Begegnung zweier LKW im Kurvenbereich zwischen Bäckerei Gießelmann und der Gaststätte „Zur Post“ führte in der Vergangenheit immer wieder zu brenzligen Situationen. Häufig wurden die Gehwege als Ausweichstrecke genutzt, um die enge Kurve zu überwinden”, beschreibt Sebastian Laatsch die Lage. Dies führe nicht nur zu Schäden an den Gehwegen, sondern stelle auch eine unmittelbare Gefahr für die Fußgänger dar, so der Ordnungsamtsleiter.

Weiter wird in der Pressemeldung auch thematisiert, dass sich die bereits aus der Vergangenheit bekannte Situation durch den in der jüngeren Zeit verstärkten LKW-Verkehr noch verschärft habe, was eben auch auf die Sperrung der Rahmedetalbrücke zurückgeführt wird. Nach der Einführung des Tempo-30-Limits wurden nun als weitere Maßnahme diese vier sogenannten “Altstadtpoller” aufgestellt. Diese sollen das Überfahren der Gehwege verhindern. Da es sich nicht um Verkehrszeichen im Sinne der Straßenverkehrsordnung handele, konnten diese sehr kurzfristig aufgestellt werden. Bürgermeister Olaf Stelse sei zuversichtlich, dass der Aufbau der Poller die Verkehrssicherheit in diesem Bereich erheblich erhöhen werde. 

Erstmeldung vom 24.10.2023, 15 Uhr:

KIERSPE (mk) Weitere Poller zur Erhöhung der Verkehrssicherheit an den Engstellen in Kierspe-Dorf wurden am Dienstag, 24. Oktober, aufgestellt. Auf beiden Seiten der Friedrich-Ebert-Straße wurden insgesamt vier Pfosten jeweils nah an den Bordsteinkanten der Gehwege aufgestellt. Zwei auf jeder Straßenseite: Sowohl vor dem Friseurgeschäft “Kamm und Schere”, als auch vor der Tierheilkunde-Praxis von Lea Volkmann. Direkt an der Einmündung zum Büscherweg.

Nach etwa einer Stunde standen davon nur noch drei. “Es hat gerumst, dann lag ein Pfosten auf dem Boden”, berichtet eine Augenzeugin, die den Vorfall aus dem Frisörsalon beobachtet hat. Ein LKW hat im Vorbeifahren den Poller erwischt und aus der Verankerung gerissen. Besonders dreist war nach ihren Schilderungen die Reaktion des LKW-Fahrers: “Der hat zu uns rübergeschaut, gegrinst und ist weitergefahren”. Das Kennzeichen wurde allerdings erkannt, um diesen Fall von Fahrerflucht möglicherweise verfolgen zu können.

Mitarbeiter des Kiersper Bauhofes behoben den Schaden postwendend. FOTOS (4): Markus Klümper

Doch Birgit Eschrich, die stellvertretende Leiterin des städtischen Bauhofes, ließ sich von diesem Vorfall nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil: Mitarbeiter ihrer Abteilung fuhren postwendend zu ihrer Baustelle zurück, die sie am Vormittag eigentlich erledigt geglaubt hatten. Immerhin hält sich der Sachschaden in Grenzen. Diesmal zumindest, denn der Pfosten konnte trotz Delle wiederverwendet werden: “Das hatte noch garnicht richtig abbinden können”, erklärte Birgit Eschrich. Andernfalls wären für den Poller 89 Euro fällig. Den Preis hat sie im Kopf, denn es handelt sich um dasselbe Modell, was an anderen Stellen auf der Friedrich-Ebert-Straße bereits verbaut wurde. Hiervon habe man auch stets welche “in Petto”, schließlich würden die häufiger umgefahren.

Nun bleibt abzuwarten, wie lange die Pfosten am neuen Standort halten. Der Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer ist ein ehrenhaftes Ziel, doch diese Methode muss sich erstmal bewähren. Für die LKW wird es jetzt in den Kurven noch enger, ein Ausweichen auf die Gehwegkante soll verhindert werden. Die Anregung dazu kam von Kiersper Bürgerinnen und Bürgern, im Rathaus konnte sie vergleichsweise unbürokratisch umgesetzt werden: “Dazu braucht es keine Genehmigungen vom Kreis”, erklärte Eschrich das Prozedere. Eine Hürde habe sich lediglich ergeben, weil es sich bei den Flächen teils um Privatgrundstücke handeln würde. Hoffentlich muss der Bauhof nicht noch schneller ausrücken, um die Poller zu ersetzen.