30. Mai 2024
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Hoffen und Bangen um die frühgeborenen Zwillinge

KIERSPE (mk) Drei Tage nach der aus­ser­ge­wöhn­li­chen Zwil­lings­ge­burt in einer Kier­sper Arzt­pra­xis gibt es zu den bei­den Früh­chen Neu­ig­kei­ten, die hof­fen las­sen. Die Gynä­ko­lo­gin Hei­ke Mar­ren­bach-Knipp kann aller­dings noch kei­ne Ent­war­nung geben. In ihrer Pra­xis muss­te am Frei­tag­vor­mit­tag spon­tan die Geburt der Zwil­lin­ge ein­ge­lei­tet wer­den. Ein Trans­port der Mut­ter in ein Kran­ken­haus war undenk­bar. Die Lage, die sich nun ent­wi­ckel­te, war auch für die Ärz­tin eine völ­li­ge Aus­nah­me­si­tua­ti­on: “Das war sur­re­al”, beschreibt die Medi­zi­ne­rin im Gespräch mit mein-kierspe.de, was sich in ihren Pra­xis­räu­men ereig­ne­te.

Die Geburt selbst ver­lief glück­li­cher­wei­se ohne Kom­pli­ka­tio­nen, und es haben etli­che Spe­zia­lis­ten Hand in Hand gear­bei­tet, dar­un­ter eine Heb­am­me und ein exter­ner Not­arzt: “Das ers­te Team hat sich um die Sta­bi­li­sie­rung der Mut­ter geküm­mert”, schil­dert die Medi­zi­ne­rin den Ablauf. So habe man bei der Geburt auch zeit­lich alles unter Kon­trol­le gehabt, auch sei­en bei­de Kin­der mit aus­rei­chen­dem Abstand zur Welt gekom­men, “dadurch konn­te das Kin­der­ärz­te-Team in aller Ruhe das ers­te Baby ver­sor­gen und für den Trans­port sta­bi­li­sie­ren.”

Auch Hei­ke Mar­ren­bach-Knipp muss­te erst­mal tief durch­at­men, als Mut­ter und Früh­chen auf dem Weg in die Kran­ken­häu­ser waren. Zur Tages­ord­nung kann die Ärz­tin auch Tage spä­ter noch nicht zurück­keh­ren, zumin­dest nicht inner­lich. Die Ter­min­pla­nung in ihrer Pra­xis nimmt dar­auf natür­lich kei­ne Rück­sicht, im Gegen­teil: Durch die Pati­en­tin­nen, die am ver­gan­ge­nen Frei­tag heim­ge­schickt wer­den muss­ten, herrsch­te am fol­gen­den Mon­tag noch mehr Betrieb als sonst. Den­noch beschäf­tigt Hei­ke Mar­ren­bach-Knipp das Gesche­he­ne in ruhi­gen Momen­ten.

Der Mut­ter gehe es zumin­dest kör­per­lich gut, “doch was die Situa­ti­on mit den Eltern see­lisch macht, kann man sich kaum aus­ma­len”, so die Ärz­tin. Die bei­den Früh­chen haben noch einen lan­gen Weg vor sich. Ihr Zustand ist zwar sta­bil, aber noch immer kri­tisch. Hei­ke Mar­ren­bach-Knipp möch­te daher ein­fach für ihre Pati­en­tin und ihre Babys hof­fen, da Pro­gno­sen an die­ser Stel­le unan­ge­bracht sind. Für die Fami­lie wünscht sie sich aller­dings umfang­rei­che Unter­stüt­zung, denn das wür­de sich auch auf die Kin­der posi­tiv aus­wir­ken. Immer­hin wird die Mut­ter selbst bald aus dem Kran­ken­haus ent­las­sen wer­den, und kann dann ihren Kin­den nah sein. Auch wenn an Kuscheln mit den Babys im Inku­ba­tor vor­läu­fig nicht zu den­ken ist.

Auch etli­che ande­re Ein­satz­kräf­te, die am ver­gan­ge­nen Frei­tag an der Ret­tung der viel zu früh gebo­re­nen Zwil­lin­ge betei­ligt waren, sind in Gedan­ken bei der Fami­lie. Ein der­ar­ti­ges Ein­satz­ge­sche­hen gilt als ziem­lich ein­zig­ar­tig: “Etwas Ver­gleich­ba­res haben selbst unse­re Kame­ra­den noch nicht erlebt, die seit 30 oder 40 Jah­ren in der Feu­er­wehr tätig sein”, berich­tet auch Feu­er­wehr­spre­cher Chris­ti­an Schwan­ke. Nun hof­fen alle, dass es mit den Früh­chen berg­auf geht. Für die Feu­er­wehr könn­te das jeden­falls einer schöns­ten Ein­sät­ze aller Zei­ten gewe­sen sein.

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