15. April 2024
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Pflaster- statt Stolpersteine: Stadt sichert Tatort

KIERSPE (mk) Es ist eine Tat, die fas­sungs­los macht, und ratio­nal kaum zu erklä­ren ist: Unbe­kann­te hat­ten am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de die drei Stol­per­stei­ne am Ham­mer­kamp her­aus­ge­ris­sen. Zwei konn­ten in der Nähe des Tat­or­tes durch die Poli­zei sicher­ge­stellt wer­den, der Gedenk­stein für Ber­ta Rachel bleibt ver­schol­len. Da die Inten­ti­on hin­ter der Tat poli­tisch, anti­se­mi­tisch sein könn­te, hat der Staats­schutz die Ermitt­lun­gen über­nom­men. Ergeb­nis­se lie­gen bis­lang aber nicht vor, wie die Pres­se­stel­le der Hage­ner Poli­zei auf Nach­fra­ge erklär­te. Dort geht man der­zeit davon aus, dass der feh­len­de Stol­per­stein gestoh­len wor­den ist.

Sei­tens der Stadt Kierspe hat man auch kei­ne Idee, wel­chen Hin­ter­grund die Tat haben könn­te. Hoff­nung macht man sich den­noch dar­auf, dass der Stol­per­stein wie­der auf­taucht. Ger­ne auch anonym: “Man kann mir den auch ein­fach vor die Tür legen”, bekun­det Doret­te Vor­mann-Berg. Sie ver­mu­tet, dass auch der drit­te Stein noch irgend­wo am Ham­mer­kamp oder im Bereich des ZOB liegt, wo er aller­dings trotz inten­si­ver Suche des Bau­ho­fes bis­lang nicht gefun­den wur­de. Das liegt mög­li­cher­wei­se auch dar­an, dass das Are­al sehr unüber­sicht­lich sei, und bei­spiels­wei­se Böschun­gen nicht gefahr­los betre­ten wer­den kön­nen, so die Stell­ver­tre­te­rin des Bür­ger­meis­ters. Ein Dieb­stahl erscheint der Ver­wal­tung eher unwahr­schein­lich.

Zwi­schen­zeit­lich waren die bei­den ver­blei­ben­den Stei­ne wie­der ein­ge­setzt wor­den, doch die Stadt hat sich dafür ent­schie­den, die­se vor­sichts­hal­ber wie­der ein­zu­sam­meln. Statt­des­sen sind nun über­gangs­wei­se Pflas­ter­stei­ne ver­baut. Falls der feh­len­de Stol­per­stein tat­säch­lich ver­schol­len bleibt, soll aber zeit­nah ein neu­er ange­fer­tigt wer­den. Wie lan­ge das dau­ert, ist aller­dings unklar.

Die Stol­per­stei­ne am Ham­mer­kamp wur­den am 6. Juli 2017 ver­legt und wer­den ins­be­son­de­re vor den Jah­res­ta­gen der Reichs­po­grom­nacht mit Grab­ker­zen und Blu­men ges­mückt, weit­hin sicht­bar an der mar­kan­ten Stel­le direkt an der Trep­pe zum Bahn­hofs­ge­län­de.

Foto: Mar­kus Klüm­per