15. April 2024
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Undichte Phosphor-Granate aus dem 2. Weltkrieg gefunden

WIPPERFÜRTH (mk) In einem Wald­stück nahe des Orts­teils Jör­gens­müh­le wur­de am Diens­tag­nach­mit­tag, 27. Febru­ar, eine Hand­gra­na­te gefun­den. Die lag unweit der Land­stra­ße 129 im Laub und ist Mit­ar­bei­tern von Straßen.NRW auf­ge­fal­len. Ihnen stach die Rauch­ent­wick­lung ins Auge, denn um die Gra­na­te her­um qualm­te es kräf­tig. Dass hier etwas ziem­lich Gefähr­li­ches zwi­schen den Bäu­men lag, bewahr­hei­te­te sich schnell, als die Feu­er­wehr anrück­te: “Wir haben Fotos davon gemacht, die von der Poli­zei an den Kampf­mit­tel­räum­dienst wei­ter­ge­schickt wur­den”, erklär­te der Ein­satz­lei­ter der Feu­er­wehr. Post­wen­dend kam die Ein­schät­zung der Exper­ten: Der bri­san­te Gegen­stand wur­de als Phos­phor-Hand­gra­na­te aus dem 2. Welt­krieg iden­ti­fi­ziert. Hand­lungs­emp­feh­lung: Abstand hal­ten und mit Was­ser küh­len. Das mach­ten die Feu­er­wehr­leu­te mit einem Strahl aus dem C‑Rohr.

Bis zum Ein­tref­fen des Kampf­mit­tel­räum­diens­tes hielt die Feu­er­wehr die Gra­na­te “in Schach”. Foto: Mar­kus Klüm­per

Kampf­mit­tel­ex­per­ten vor Ort: Tat­säch­lich ame­ri­ka­ni­sche Gra­na­te
Kurz vor 18 Uhr tra­fen der Kampf­mit­tel­räum­dienst selbst an der Fund­stel­le ein. Die Fach­leu­te aus Duis­burg bestä­tig­ten ihre Fern­dia­gno­se, nach dem sie den Fund prüf­ten. Tat­säch­lich han­del­te es sich um eine ame­ri­ka­ni­sche Hand­gra­na­te, die zwar nicht mehr ganz dicht war, den­noch ziem­lich viel hoch­ge­fähr­li­ches Phos­phor ent­hielt. Die­se Che­mi­ka­lie wirkt stark ätzend, allein die Dämp­fe kön­nen gesund­heits­schäd­lich sein. Dass die Gra­na­te nun wohl mehr als 80 Jah­re in der Natur lag, min­dert die Gefahr nicht. Im Gegen­teil: Der Inhalt ver­liert nicht sei­ne Wir­kung, aber die Hül­le ros­tet. “Die­se Gra­na­ten wur­den als Brand­bom­ben ein­ge­setzt, ähn­lich wie Molo­tow-Cock­tails”, erklä­ren die Bom­ben­ent­schär­fer. Die pack­ten die Gra­na­te kur­zer­hand in einen siche­ren Behäl­ter. Auch aus Sicht der Exper­ten kein unge­fähr­li­cher Ein­satz.

Die ros­ti­ge Gra­na­te könn­te im Laub leicht über­se­hen wer­den. Foto: Mar­kus Klüm­per

Besei­ti­gung unkom­pli­ziert, den­noch gefähr­lich
Zumin­dest aber ein ver­gleichs­wei­se unkom­pli­zier­ter: Die Gra­na­te haben sie gut ver­packt mit­ge­nom­men, sie wird bei­zei­ten ver­brannt. Der gan­ze Ein­satz war gegen 18.30 Uhr been­det, auch Poli­zei und Feu­er­wehr konn­ten wie­der abrü­cken. Wehr­leu­te müs­sen aber noch­mal wie­der­kom­men und noch­mal prü­fen, um in dem betrof­fe­nen Bereich tat­säch­lich alles sau­ber ist. Dass die Gra­na­te aus­ge­rech­net jetzt auf­ge­taucht ist, könn­ten Tie­re ver­ur­sacht haben: “Wild­schwei­ne könn­ten die aus­ge­gra­ben haben”, mut­ma­ßen die Kampf­mit­tel­räu­mer. Zu Scha­den gekom­men sind offen­sicht­lich aber weder Mensch, noch Tier. Doch die Gefahr ist all­ge­gen­wär­tig: “Bit­te bei Fun­den im Wald vor­sich­tig sein, die Ähn­lich­keit mit einer Geträn­ke­do­se haben”, so der ein­dring­li­che Appell der Bom­ben-Fach­leu­te. Dass die Fund­sa­che dies­mal glimpf­lich aus­ge­gan­gen ist, sei auch der Wit­te­rung zu ver­dan­ken: “Bei 30 Grad im Som­mer wäre das wohl ganz anders aus­ge­gan­gen.” All­täg­lich sind Phos­phor-Gra­na­ten selbst für den Kampf­mit­tel­räum­dienst nicht. Ange­sichts von rund 4000 ver­schie­de­nen Typen von Rake­ten, Bom­ben, Gra­na­ten sowie wei­te­rer Muni­ti­on, die in ihren Res­sort fal­len, nicht wei­ter ver­wun­der­lich. Dabei han­delt es sich aller­dings aus­schließ­lich um mili­tä­ri­sche Objek­te. Für ander­wei­ti­ge Spreng­vor­rich­tun­gen und Bom­ben sind Fach­ab­tei­lun­gen der Lan­des­kri­mi­nal­äm­ter zustän­dig.

Auch gefähr­li­ches Mate­ri­al um den Fund­ort her­um wur­de sicher­ge­stellt. Foto: Mar­kus Klüm­per