22. Februar 2024
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Stolpersteine: Heute ein Ausdruck der Solidarität

KOMMENTAR

Die Stol­per­stei­ne am Ham­mer­kamp in Kierspe fal­len mir häu­fi­ger ins Auge, schließ­lich fah­re ich mehr­mals am Tag hier ent­lang. Vor allem, wenn sich die Reichs­po­grom­nacht vom 9. auf den 10. Novem­ber jährt, sieht man sie deut­lich. Wenn die Stei­ne mit Grab­lich­tern erleuch­tet, und abge­leg­ten Blu­men geschmückt sind. Sie machen das, was sie sol­len: Erin­nern an das, was man am liebs­ten ver­ges­sen möch­te. In die­sem Jahr macht mich das Geden­ken an die Gräu­el­ta­ten im 3. Reich beson­ders nach­denk­lich, ange­sichts des­sen, was gera­de in Isra­el und dem Gaza-Strei­fen pas­siert. Und nicht nur dort. Nicht nur im Nahen Osten schau­kelt sich die Gewalt auf. In Deutsch­land trau­en sich Men­schen mit anti­se­mi­ti­schen Ansich­ten aus der Deckung. Heu­te sind es Juden, die ver­folgt wer­den. Mor­gen sind es Schwu­le, Men­schen mit Behin­de­rung oder ande­re, die nicht in das beschränk­te Welt­bild von into­le­ran­ten Extre­mis­ten pas­sen. Ich hät­te mir in den schlimms­ten Befürch­tun­gen nicht vor­stel­len kön­nen, im Jah­re 2023 mit einem der­ar­ti­gen Hass in der Welt kon­fron­tiert zu wer­den, der auch in Deutsch­land von Tag zu Tag offe­ner aus­ge­lebt wird. Ich gebe die Hoff­nung nicht auf, dass die ter­ro­ris­ti­schen und krie­ge­ri­schen Kon­fron­ta­tio­nen in Isra­el und dem Gaza-Strei­fen in abseh­ba­rer Zeit nach­las­sen. Aber der Hass, der wird lei­der bestehen blei­ben. Beten kann in die­ser Situa­ti­on nicht scha­den. Und vor allem: Sich im All­tag, in jeder erdenk­li­chen Situa­ti­on, für Frie­den, Freund­schaft und Tole­ranz ein­set­zen. Das ist der ein­zi­ge Weg.

Mar­kus Klüm­per

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