13. Juni 2024
KierspeVolmetal

Nächster Hilfstransport in die Ukraine gestartet

Durch das Fenster kamen die Hilfsgüter, durch das Fenster werden sie auch verladen. Zumindest in den LKW selbst. Der Anhänger steht neben der Eingangstür zum Lager des Kiersper Vereins „Kinder von Tschernobyl“, auch hier stapeln viele fleißige Hände Kisten über Kisten mit wichtigen Hilfsgütern.

Die starten am Dienstag, 17 Oktober, ihre Reise in die Ukraine. Nach rund einem Jahr kann somit der nächste Hilfstransport in Bewegung gesetzt werden. Die Fracht: Rund 1000 Kartons mit vielem von dem, was die Menschen in den Kriegsgebieten benötigen. Warme Bekleidung und Bettwäsche, aber auch vier Fahrräder, elf Matratzen und 250 Kilogramm Spielzeug. Das Gesamtgewicht der Lieferung wurde zwar so gut es geht berechnet, aber bevor der LKW zur weiten Tour in die Ukraine startet, geht es nochmal auf die Waage.

Alles weitere sei eigentlich wie bei den vergangenen Lieferungen auch, erklärt Helmut Willnat. Auch diesmal wurde das Missionswerk „Friedensstimme“ mit der Fahrt betraut. Für den Kiersper Verein „Kinder von Tschernobyl“ ist das wie ein Auftrag für eine Spedition. Allerdings eine hochspezialisierte, denn für das Missionswerk sind Menschen im Einsatz, die sehr viel Erfahrung mit der Abwicklung von Hilfslieferungen haben. Willnat zeigt sich sehr glücklich, mit dem Missionswerk aus aus dem oberbergischen Marienheide einen sehr verlässlichen Partner zu haben. 

Die Güter, die von 15 fleissigen Helferinnen und Helfern verladen werden, sollen bereits ab der kommenden Woche verteilt werden. Die Kartons selbst, sogar die Plastiksäcke, mit der die Sachspenden den Weg in das Lager finden, sind Teil der Hilfsgüter: „Die Pappe wird beispielsweise als Isoliermaterial gebraucht“, erklärt Helmut Willnat. Diesmal werden die Sachen aber nicht Bila Zerkwa an Bedürftige ausgegeben, sondern von dort noch weiter in die von Krieg und Zerstörung besonders betroffenen Gebiete beispielsweise nach Bachmut oder Cherson gebracht.

Bei diesem Teil der Logistik setzt der Kiersper Verein auf einen weiteren „ganz wundervollen“ Partner: Einer evangelischen Kirchengemeinde in Bila Zerkwa. Auch hier beschreibt Willnat die Zusammenarbeit wie ineinander greifende Zahnräder. Im Gegenzug finanziert der Verein einen Armenküche, die von der Gemeinde in der Ukraine betrieben wird.

Trotz aller Freude über den bisher reibungslosen Ablauf schwanken die Gefühle zwischen Hoffnung und Ratlosigkeit, der Sorge um die Menschen in den betroffenen Gebieten. Schließlich hat der Verein in der Jahrzehnte währenden wohltätigen Arbeit viele persönliche Kontakte in die Ukraine geknüpft. Durch den Krieg stellen sich viele Fragen, auf die es keine eindeutige Antworten gibt. Letztlich, so Willnat, müssten die Menschen in der Ukraine selbst entscheiden, wie sich verteidigen wollen. Vor der Kraft und der Ausdauer des ukrainischen Volkes hat der Schriftführer des Kiersper Vereins aber enormen Respekt: „Da sind ganze Straßenzüge in völlig zerbombten Gebieten innerhalb eines Jahres wieder aufgebaut worden“. Das macht zumindest Mut für die Zukunft!