2. März 2024
KierspeVolmetal

Nächster Hilfstransport in die Ukraine gestartet

Durch das Fens­ter kamen die Hilfs­gü­ter, durch das Fens­ter wer­den sie auch ver­la­den. Zumin­dest in den LKW selbst. Der Anhän­ger steht neben der Ein­gangs­tür zum Lager des Kier­sper Ver­eins „Kin­der von Tscher­no­byl“, auch hier sta­peln vie­le flei­ßi­ge Hän­de Kis­ten über Kis­ten mit wich­ti­gen Hilfs­gü­tern.

Die star­ten am Diens­tag, 17 Okto­ber, ihre Rei­se in die Ukrai­ne. Nach rund einem Jahr kann somit der nächs­te Hilfs­trans­port in Bewe­gung gesetzt wer­den. Die Fracht: Rund 1000 Kar­tons mit vie­lem von dem, was die Men­schen in den Kriegs­ge­bie­ten benö­ti­gen. War­me Beklei­dung und Bett­wä­sche, aber auch vier Fahr­rä­der, elf Matrat­zen und 250 Kilo­gramm Spiel­zeug. Das Gesamt­ge­wicht der Lie­fe­rung wur­de zwar so gut es geht berech­net, aber bevor der LKW zur wei­ten Tour in die Ukrai­ne star­tet, geht es noch­mal auf die Waa­ge.

Alles wei­te­re sei eigent­lich wie bei den ver­gan­ge­nen Lie­fe­run­gen auch, erklärt Hel­mut Will­nat. Auch dies­mal wur­de das Mis­si­ons­werk „Frie­dens­stim­me“ mit der Fahrt betraut. Für den Kier­sper Ver­ein „Kin­der von Tscher­no­byl“ ist das wie ein Auf­trag für eine Spe­di­ti­on. Aller­dings eine hoch­spe­zia­li­sier­te, denn für das Mis­si­ons­werk sind Men­schen im Ein­satz, die sehr viel Erfah­rung mit der Abwick­lung von Hilfs­lie­fe­run­gen haben. Will­nat zeigt sich sehr glück­lich, mit dem Mis­si­ons­werk aus aus dem ober­ber­gi­schen Mari­en­hei­de einen sehr ver­läss­li­chen Part­ner zu haben. 

Die Güter, die von 15 fleis­si­gen Hel­fe­rin­nen und Hel­fern ver­la­den wer­den, sol­len bereits ab der kom­men­den Woche ver­teilt wer­den. Die Kar­tons selbst, sogar die Plas­tik­sä­cke, mit der die Sach­spen­den den Weg in das Lager fin­den, sind Teil der Hilfs­gü­ter: „Die Pap­pe wird bei­spiels­wei­se als Iso­lier­ma­te­ri­al gebraucht“, erklärt Hel­mut Will­nat. Dies­mal wer­den die Sachen aber nicht Bila Zerk­wa an Bedürf­ti­ge aus­ge­ge­ben, son­dern von dort noch wei­ter in die von Krieg und Zer­stö­rung beson­ders betrof­fe­nen Gebie­te bei­spiels­wei­se nach Bach­mut oder Cher­son gebracht.

Bei die­sem Teil der Logis­tik setzt der Kier­sper Ver­ein auf einen wei­te­ren „ganz wun­der­vol­len“ Part­ner: Einer evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de in Bila Zerk­wa. Auch hier beschreibt Will­nat die Zusam­men­ar­beit wie inein­an­der grei­fen­de Zahn­rä­der. Im Gegen­zug finan­ziert der Ver­ein einen Armen­kü­che, die von der Gemein­de in der Ukrai­ne betrie­ben wird.

Trotz aller Freu­de über den bis­her rei­bungs­lo­sen Ablauf schwan­ken die Gefüh­le zwi­schen Hoff­nung und Rat­lo­sig­keit, der Sor­ge um die Men­schen in den betrof­fe­nen Gebie­ten. Schließ­lich hat der Ver­ein in der Jahr­zehn­te wäh­ren­den wohl­tä­ti­gen Arbeit vie­le per­sön­li­che Kon­tak­te in die Ukrai­ne geknüpft. Durch den Krieg stel­len sich vie­le Fra­gen, auf die es kei­ne ein­deu­ti­ge Ant­wor­ten gibt. Letzt­lich, so Will­nat, müss­ten die Men­schen in der Ukrai­ne selbst ent­schei­den, wie sich ver­tei­di­gen wol­len. Vor der Kraft und der Aus­dau­er des ukrai­ni­schen Vol­kes hat der Schrift­füh­rer des Kier­sper Ver­eins aber enor­men Respekt: „Da sind gan­ze Stra­ßen­zü­ge in völ­lig zer­bomb­ten Gebie­ten inner­halb eines Jah­res wie­der auf­ge­baut wor­den“. Das macht zumin­dest Mut für die Zukunft!

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