2. März 2024
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Harte Klänge bei der 1. Kiersper Vinyl-Party in der Umbaubar

Ziem­lich schnell wur­de aus einer Hör-Ses­si­on mit wohl­klin­gen­den Vinyl-Schei­ben eine def­ti­ge Ü‑Fuffz… — Ver­zei­hung – Ü‑30-Par­ty, die Poten­ti­al für man­che Wie­der­ho­lung hat. Orga­ni­siert wur­de die „mit­tel­har­te“ Tanz­ver­an­stal­tung maß­geb­lich von Horst Sack, der die wah­ren Zusam­men­hän­ge genau­so ver­heim­licht, wie sei­nen ech­ten Namen. Die Her­ren an den Plat­ten­tel­lern moch­ten es auch lie­ber inko­gni­to, sind aber unter ihren Vor­na­men Jörg und Oli­ver in Gum­mers­bach als Hob­by-DJs wohl eine Insti­tu­ti­on rund um Gum­mers­bach.

DJ Jörg an den ana­lo­gen Plat­ten­tel­lern Foto: Mar­kus Klüm­per

Jeden­falls sorg­ten die­se Drei am ver­gan­ge­nen Frei­tag, 20. Okto­ber, für eine vol­le Umbau­bar. Unter­stützt wur­den sie vom Sack-Key­bor­der Hol­gi Hartz, der mit einer Spen­den­do­se dafür sorg­te, dass die DJs nicht völ­lig gra­tis maloch­ten.

Aber zum Event selbst: Das Kon­zept der 1. Kier­sper Vinyl­par­ty sah ja vor, dass die Gäs­te ihre Lieb­lings­schei­ben mit­brin­gen und im Ide­al­fall noch eine Geschich­te zu den Musik­ti­teln ihrer Jugend erzäh­len. Das hat nur teil­wei­se geklappt, viel­leicht waren die asso­zi­ier­ten Erleb­nis­se doch nicht so rich­tig für die brei­te Öffent­lich­keit geeig­net. Musik­wün­sche gab es aber so eini­ge, und die fie­len erheb­lich här­ter aus, als es die DJs aus ihrer Hei­mat so gewohnt waren. Dort wür­de bei der­ar­ti­gen Par­tys auch ger­ne Schla­ger gehört, berich­te­ten sie aus dem Ober­ber­gi­schen.

Nun kennt man ja sei­ne Pap­pen­hei­mer, und es ließ sich an die­sem Abend durch­aus eine gewis­se Schnitt­men­ge zu den Gäs­ten erken­nen, die ger­ne Kon­zer­ten einer ein­hei­mi­schen Com­bo bei­woh­nen, wo regel­mä­ßig auch Schla­ger durch den musi­ka­li­schen Fleisch­wolf gedreht wer­den.

Nicht so bei der Vinyl-Par­ty: Hier kamen har­te Klän­ge auf den Tel­ler. Zumin­dest für „dama­li­ge“ Ver­hält­nis­se. Jeden­falls wur­de mit Emer­son, Lake and Pal­mer gestar­tet. Die Schei­be hat ein gewis­ser Klaus mit­ge­bracht, der zwar eben­falls sei­nen Fami­li­en­na­men ver­schwieg, aber zumin­dest Hin­weis auf die Geschich­te dahin­ter gab: „Die haben wir bei damals den Dis­cos im PZ gehört“. Auf die Nach­fra­ge nach den zwi­schen­mensch­li­chen Kon­tak­ten jener Zeit erklär­te er nur: „In mei­nem Leben gab es kei­ne Frau­en.“ Das klang ein wenig nach der „hal­ben Wahr­heit“, muss­te aber so ste­hen gelas­sen wer­den.

Mit Iron Mai­dens „666 num­ber of the beast“ ging es dann rich­tig hart wei­ter, wur­de mit einer „baby­lo­ni­schen Bus­tour“ auch mal wie­der chil­li­ger. Das bekann­te Live-Album von Bob Mar­ley klappt irgend­wie immer. Und so zog sich der Abend durch ein „Best-of-70er“-Repertoire, bei dem Kra­cher wie Pink Floyds „Ano­ther brick in the all“ nicht fehl­ten. Es gab auch man­che Sprün­ge in die 80er, gele­gent­lich kam sogar die Neue Deut­sche Wel­le auf den Tel­ler. Dass die frei­en Flä­chen in der Umbau­bar auch zum Tan­zen genutzt wur­den, blieb unaus­weich­lich.

Kurz­um: Ein gelun­ge­nes Debüt. Die Fra­ge, ob digi­tal oder ana­log bes­ser klingt, stand hier über­haupt nicht zur Debat­te. Hier ging es nicht um HiFi, son­dern um „Mitt­mach-Dis­co“, bei der die Gäs­te sich selbst betei­li­gen. Um sich nicht ganz auf die Besu­cher zu ver­las­sen, hat­ten die DJs aber vor­sorg­lich einen gan­zen Sta­pel Schall­plat­ten mit­ge­bracht, wovon auch Gebrauch gemacht wur­de.

Obgleich moder­ne DJ-Tech­nik den „Arbeits­plät­zen“ mit den schwar­zen Schei­ben aus gutem Grund nach­emp­fun­den ist, war der Charme des Ana­lo­gen spür­bar. Dazu tru­gen natür­lich auch die klei­nen Knack­ser bei, wenn der Abtas­ter mal wie­der über ein Staub­korn unter dem Kiel hol­per­te.

Was sich aller­dings als logis­ti­sche Her­aus­for­de­rung ent­pupp­te, war der Umgang mit den Schät­zen der Gäs­te. Schließ­lich soll­te ja jeder sei­ne eige­nen Plat­ten wie­der­be­kom­men. Ande­rer­seits: Der Musik­ge­schmack unter den Anwe­sen­den schien har­mo­nisch zu sein. Es bestand also kei­ne Gefahr, z.b. mit einer LP von Ali­ce Coo­per in der Umbau­bar auf­zu­schla­gen, und einer Plat­te von Fred­dy Quinn wie­der heim­zu­keh­ren.

Bibi aus Aurich & Anika aus Müns­ter mit ihren Lieb­lings­plat­ten! Fotos: Mar­kus Klüm­per

Wann die Gäs­te über­haupt wie­der heim­ge­kehrt sind, ist sowie­so nicht über­lie­fert. In Ein­zel­fäl­len klang sogar die Her­kunft span­nend: So kam Bibi aus Aurich, und ihre Freun­din Anika aus Müns­ter. Die Damen erklär­ten über­ein­stim­mend, Wur­zeln in der Regi­on zu haben. Aber viel­leicht hat sich die Sache mit der Vinyl-Par­ty auch ein­fach nur so weit her­um­ge­spro­chen. Den Ver­an­stal­tern wäre es zu gön­nen!

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