3. März 2024
HalverHerscheidKierspeMeinerzhagen

Bei erfolgreicher Großübung zur Bekämpfung von Waldbränden auch Verbesserungspotential erkannt

Um 14.15 Uhr ver­kün­de­te Micha­el Kling das Ende der Groß­übung im Are­al zwi­schen der Mei­nerz­ha­ge­ner Sprung­schan­ze und den „Agger­kur­ven“. Der Kreis­brand­meis­ter, der hier auch Ein­satz­lei­ter war, zeig­te sich zufrie­den, denn die Zie­le wur­den erreicht.

Bei der Akti­on, an der am Sams­tag, 14. Okto­ber, rund 150 Ein­satz­kräf­te aus etli­chen Städ­ten und Gemein­den des Mär­ki­schen Krei­ses teil­nah­men, wur­de die Zusam­men­ar­beit der ein­zel­nen Feu­er­weh­ren trai­niert, doch es soll­te auch Ver­bes­se­rungs­po­ten­ti­al auf­ge­spürt wer­den. Das sei drin­gend nötig, da die Vege­ta­ti­ons­brän­de immer hef­ti­ger wür­den. Grö­ßer von der Flä­che her, und auch schwie­ri­ger zu bekämp­fen.

Für die Groß­übung habe man eine Agen­da geschrie­ben, die man Punkt für Punkt abge­ar­bei­tet habe. Ein ganz wich­ti­ger Punkt sei die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den „luft­ge­stütz­ten Ein­hei­ten“, näm­lich dem Poli­zei­hub­schrau­ber, der mit einem soge­nann­ten Aus­sen­last­be­häl­ter die Lösch­ar­bei­ten aus der Luft unter­stüt­zen kann.

Dass aus­ge­rech­net Poli­zei­hub­schrau­ber für der­ar­ti­ge Ein­sät­ze „zweck­ent­frem­det“ wer­den, hat meh­re­re Grün­de: Zum einen ist die Poli­zei eine staat­li­che Insti­tu­ti­on, die im Not­fall per Amts­hil­fe sofort unter­stüt­zen kann, zum ande­ren flie­gen bei der Lan­des­po­li­zei ver­gleichs­wei­se leis­tungs­fä­hi­ge Heli­ko­pter: Der Air­bus H145 sieht dem bis­lang beim ADAC ein­ge­setz­ten Modell EC135 sehr ähn­lich, kann aber deut­lich mehr Nutz­last trans­por­tie­ren. Der Aus­sen­last­be­häl­ter wiegt über 800 Kilo­gramm, wenn er kom­plett mit Was­ser gefüllt ist. 

Für die Pilo­ten sind der­ar­ti­ge Ein­sät­ze eine span­nen­de Abwechs­lung, zumal ein Beam­ter der Crew beim Flug aus­sen auf der Kufe der „Hum­mel“ steht, um die Was­ser­auf­nah­me und auch das Löschen selbst zu koor­di­nie­ren. Um der­ar­ti­ge, durch­aus anspruchs­vol­le Manö­ver zu flie­gen, muss­ten die Pilo­ten im Vor­feld eine Zusatz­aus­bil­dung machen. Am Sams­tag wur­de gleich aus zwei ver­schie­de­nen „Quel­len“ Lösch­was­ser ent­nom­men: Sowohl aus der Agger-Tal­sper­re, als auch aus einem Lösch­was­ser­be­cken. 

Auch wenn das Löschen aus der Luft nur unter­stüt­zen kann, ist es nötig und will­kom­men. Für die Poli­zei ergibt sich eine neue Auf­ga­ben­stel­lung, die ger­ne und nicht nur mit dem Hub­schrau­ber wahr­ge­nom­men wird. So waren bei Wald­brän­den im nahe­ge­le­gen Gum­mers­bach sogar Was­ser­wer­fer im Ein­satz, die eigent­lich für ande­re Ein­sät­ze kon­stru­iert wur­den, sich aber sogar beim Kampf gegen Wald­brän­de bewährt haben. Wer aller­dings glaubt, Poli­zei­hub­schrau­ber sei­en bei Groß­la­gen zur Erkun­dung sowie­so im Ein­satz und könn­ten bei der Gele­gen­heit auch löschen, irrt. Das stell­te einer der Pilo­ten Im Gespräch klar: „In sol­chen Fäl­len brau­chen wir zwei Hub­schrau­ber. Erkun­den und löschen gleich­zei­tig geht nicht, allei­ne schon aus Gewichts­grün­den.“ Trotz der höhe­ren Leis­tung des Heli­ko­pter-Modells wür­de bei Lösch­flü­gen nur die nötigs­te Tech­nik mit­ge­führt.

Wäh­rend die Flug­ma­nö­ver der Hum­mel vie­le Bli­cke auf sich zog, leis­te­ten auch die wei­te­ren Ein­satz­kräf­te gan­ze Arbeit. In ver­schie­de­nen Ein­satz­ab­schnit­ten wur­den auch die klas­si­schen Lösch­an­grif­fe geübt, vor allem auch der Auf­bau der Was­ser­ver­sor­gung. Das ist gera­de bei Wald­brän­den ein wich­ti­ges The­ma, da hier oft lan­ge Stre­cken über­wun­den wer­den müss­ten. Auch wird bei sol­chen Ein­satz­la­gen sehr schnell über­ört­li­che Unter­stüt­zung benö­tigt, und die Zusam­men­ar­beit der ver­schie­de­nen Feu­er­weh­ren war bei der Groß­übung ein wesent­li­ches The­ma. 

Eines, bei dem sich der Kreis­brand­meis­ter sehr zufrie­den zeigt: „Wir sehen bereits jetzt, dass wir einen ein­heit­li­chen Aus­bil­dungs­stan­dard haben“, erklär­te Kling. So wür­den die Ein­hei­ten des Mär­ki­schen Krei­ses mitt­ler­wei­le iden­ti­sche Aus­bil­dun­gen durch­lau­fen, was die Arbeit „Hand in Hand“ för­dern wür­de. Aus­ser­dem wur­de bei der Übung neue Aus­rüs­tung ein­ge­setzt, die ange­schafft wor­den war, um den Her­aus­for­de­run­gen Stand zu hal­ten. Dazu zäh­len auch die soge­nann­ten „Kreis­reg­ner“. Obwohl die­se im Besitz des Mär­ki­schen Kreis sind, hat die Bezeich­nung einen völ­lig ande­ren Ursprung. Wie ein Kame­rad der Feu­er­wehr Men­den erklärt, han­delt es sich hier um ein bewähr­tes Bewäs­se­rungs­sys­tem, was auch bei der Brand­be­kämp­fung wich­tig wird: „Hier­mit kön­nen wir einen Kreis von zehn Meter Durch­mes­ser bewäs­sern“. Zum Löschen rei­che das zwar nicht, wohl aber um eine Rie­gel­stel­lung auf­zu­bau­en. Die­se soll bis­her unbe­scha­de­te Berei­che vor etwa­igen Brän­den schüt­zen.

Für die Feu­er­wehr­leu­te aus Mei­nerz­ha­gen, Kierspe, Hal­ver, Her­scheid, Lüden­scheid, Men­den, Plet­ten­berg sowie Nach­rodt-Wib­ling­wer­de, der Kreis­leit­stel­le sowie Exper­ten von „Wald und Holz NRW“ ging ein anstren­gen­der, aber auch span­nen­der Übungs­tag zu Ende. Dass die Flü­ge des Poli­zei­hub­schrau­bers viel Auf­merk­sam­keit auf sich zog, wur­de wohl­wol­lend auf­ge­nom­men. Im Gegen­teil: Die Ein­satz­kräf­te lie­ßen sich selbst davon begeis­tern. 

Mehr als nur eine Übung war die Akti­on für die Ehren­amt­li­chen des Mal­te­ser Hilfs­diens­tes. Die waren näm­lich aus Wer­dohl und Lüden­scheid ange­rückt, um für eine anstän­di­ge Ver­pfle­gung zu sor­gen. Auch die­ser „Übungs­punkt“ konn­te erfolg­reich abge­hakt wer­den.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner