22. Februar 2024
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“Kierspe-Funk” berichtet live von der Geburt Jesu: Krippenspiel im Medienzeitalter

Ganz neu war das Kon­zept nicht, aber so wie es beim dies­jäh­ri­gen Hei­lig­abend-Got­tes­dienst in der Kier­sper Chris­tus-Kir­che umge­setzt wur­de, war es über­wäl­ti­gend. Ein Krip­pen­spiel ist ein wich­ti­ger und belieb­ter Teil von Weih­nachts­got­tes­diens­ten, und doch eine krea­ti­ve Her­aus­for­de­rung, wenn man die Geschich­te um die Geburt Chris­ti aus einer ande­ren Per­spek­ti­ve erzäh­len möch­te. Jut­ta Bet­zen­dor­fer-Fröh­lich und das Team für den KU3-Unter­richt und die Kin­der­got­tes­diens­te haben dafür qua­si einen neu­en Fern­seh-Sen­der erschaf­fen: Den Kierspe-Funk. Die Repor­te­rin­nen und Repor­ter der ima­gi­nä­ren TV-Sta­ti­on haben einen media­len Coup gelan­det, und sind bereits früh­zei­tig auf Maria und Josef auf­merk­sam gewor­den, die sich auf einen beschwer­li­chen Weg nach Bet­le­hem machen muss­ten. Dass am Ende sogar eine Live­schal­tung kurz nach der Geburt des Hei­lan­des glü­cken soll­te, war zu die­sem Zeit­punkt noch gar­nicht abseh­bar. Jeden­falls haben Kame­ra­män­ner, Mode­ra­to­rin­nen und Nach­rich­ten­spre­che­rin­nen in wirk­lich hoch­pro­fes­sio­nel­ler Wei­se von der Weih­nachts­ge­schich­te “berich­tet”.

Zahl­rei­che Kin­der waren an der Auf­füh­rung betei­ligt. FOTOS: Mar­kus Klüm­per

Das die­se ange­sichts der leb­haf­ten und unter­halt­sa­men Prot­ago­nis­ten der Medi­en­sze­ne nicht zu kurz kommt, ist den jun­gen Dar­stel­lern und Dar­stel­le­rin­nen zu ver­dan­ken, die die his­to­ri­schen Rol­len besetz­ten. Geübt wur­de für das Krip­pen­spiel seit meh­re­ren Wochen mit viel Elan. Die Beloh­nung für den gro­ßen Auf­wand: Begeis­ter­te Kir­chen­be­su­cher, stol­ze Eltern, und Orga­ni­sa­to­ren, die sehr zufrie­den mit dem abso­lut rei­bungs­lo­sen Ablauf sein kön­nen. Denn: Auch hin­sicht­lich der Requi­si­te war die­ses Krip­pen­spiel schon eine Her­aus­for­de­rung, zumal die Chris­tus­kir­che eine eher klei­ne Kir­che ist, wo man sich mit den Platz­ver­hält­nis­sen etwas arran­gie­ren muss.

Live­über­tra­gung aus einem Stall in Bet­le­hem

Bemer­kens­wer­tes hat sich aller­dings im Vor­feld zuge­tra­gen: Bei der Her­stel­lung der Requi­si­ten kam es zu einem regel­rech­ten Wett­streit um den Bau der Fern­seh­ka­me­ras. Begon­nen hat es mit einer Kame­ra, die ein 10-jäh­ri­ger Jun­ge lie­be­voll aus Papp­kar­tons gebas­telt hat. Die­se fand ihren Platz in dem Stück als “Web­cam”. Als zwei Väter von dem Bedarf “Wind krieg­ten”, wur­den alle Regis­ter gezo­gen. Die Ergeb­nis­se: Umwer­fend! Eine ließ sich sogar auf­klap­pen, innen drin war eine Fest­plat­te zu sehen. Rest­los pro­fes­sio­nell waren die T‑Shirts des “Kierspe-Funk”-Teams, die­se wur­den von einer Mut­ter pro­du­ziert, die auch als Gra­fi­ke­rin arbei­tet.
Zu dem Erfolg die­ses Krip­pen­spiels hat aber nicht nur der Modell­bau bei­getra­gen, son­dern jeder ein­zel­ne der 28 Dar­stel­ler. Von denen hat­te der eine oder ande­re schon spür­ba­res Lam­pen­fie­ber, denn hier ging es schon um eine ernst­zu­neh­men­de Auf­füh­rung. An weni­gen Stel­len brauch­te es eine Gedenk­se­kun­de, bis der Text wie­der in Erin­ne­rung kam, aber was soll´s: Souf­fleu­re und Souf­fleu­sen gibt es auch bei gro­ßen Thea­ter­stü­cken. Sou­ve­rän wur­de damit umge­gan­gen, dass eini­ge Rol­len in letz­tem Moment aus Krank­heits­grün­den umbe­setzt wer­den muss­ten.
Dass eine Kir­che an Hei­lig­abend voll­be­setzt ist, ist recht nor­mal. Dass den Besu­chern eine sol­che unter­halt­sa­me, den­noch fest­li­che Auf­füh­rung gebo­ten wird, ist nicht all­täg­lich. Es wird nur etwas schwie­rig wer­den, dies in den kom­men­den Jah­ren noch zu über­tref­fen. Aber dar­um geht es ja in der Kir­che, und beson­ders an Weih­nach­ten nicht. In die­sen Got­tes­dienst wur­de viel Zeit, Arbeit und Lie­be inves­tiert, und das wur­de gewür­digt.

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