15. April 2024
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Verdacht auf illegales Kraftfahrzeugrennen auf L561


Update 19:30 Uhr: Die Unfall­auf­nah­me dau­er­te deut­lich län­ger, als zunächst geschätzt. Inzwi­schen ist die Voll­sper­rung der Her­schei­der Land­stra­ße aber wie­der auf­ge­ho­ben, wie die Poli­zei mit­ge­teilt hat.

LÜDENSCHEID (mk) Ange­sichts des hohen Sach­scha­dens, der nach dem Unfall am Sams­tag­mit­tag, 9. März, zu ver­zeich­nen ist, kann man froh sein, dass nie­mand dra­ma­tisch ver­letzt wur­de. Der Unfall­ver­ur­sa­cher, ein 43 Jah­re alter Lüden­schei­der, blieb unver­letzt. Die eben­falls aus der Berg­stadt stam­men­de Kia-Fah­re­rin erlitt leich­te Bles­su­ren und kam vor­sorg­lich zu wei­te­ren Unter­su­chun­gen ins Kran­ken­haus. Sie hat­te sich mit ihrem Auto über­schla­gen und war auf dem Dach in der Böschung lie­gen­ge­blie­ben, nach­dem der 43-jäh­ri­ge ihren Kia mit sei­nem BMW tou­chier­te.

Ein Groß­auf­ge­bot an Ret­tungs­kräf­ten an der Unfall­stel­le. Fotos: Mar­kus Klüm­per

Dies ereig­ne­te sich gegen 12.30 Uhr: Bei­de befuh­ren die L561 von Lüden­scheid in Rich­tung Her­scheid. Die Stra­ße ist zwei­spu­rig, erlaubt sind maxi­mal 100 Km/h. In Höhe der Ein­mün­dung nach Aech­ten­scheid, kurz vor einer ange­zo­ge­nen Links­kur­ve, pas­siert es: Der BMW der Bau­rei­he E60 geriet plötz­lich ins Schlin­gern, und stößt bei­fah­rer­sei­tig mit dem Heck gegen die Front des Kia auf der Fah­rer­sei­te. Die­se Kol­li­si­on führ­te dazu, dass bei­de Unfall­be­tei­lig­te die Kon­trol­le über ihre Fahr­zeu­ge ver­lie­ren. Auch der BMW lan­det erheb­lich beschä­digt in der Böschung.

Obgleich immer­hin Tem­po 100 gilt: Ange­sichts der Stra­ßen­ver­hält­nis­se bei strah­lend blau­em Him­mel lässt sich der Unfall­her­gang damit allein nicht erklä­ren. Weder das Fahr­ma­nö­ver des Ver­ur­sa­chers, noch die Aus­wir­kung. Auf­grund der Spu­ren­la­ge und ers­ter Zeu­gen­aus­sa­gen kommt bei der Unfall­auf­nah­me durch die Poli­zei der Ver­dacht auf, dass der BMW hals­bre­che­risch schnell unter­wegs gewe­sen sein könn­te.

Ein ille­ga­les Auto­rennen zwi­schen den bei­den Unfall­be­tei­lig­ten schlie­ßen die Beam­ten aus, aber der Para­graph 315d des Straf­ge­setz­bu­ches stellt bereits das “grob ver­kehrs­wid­ri­ge und rück­sichts­lo­se Fah­ren” eines ein­zel­nen Auto­fah­rers, “um eine höchst­mög­li­che Geschwin­dig­keit zu errei­chen” unter emp­find­li­che Stra­fen. Um den Unfall­her­gang rekon­stru­ie­ren zu kön­nen, wur­de ein spe­zia­li­sier­tes Ver­kehrs­un­fall-Team ange­for­dert, dass in die­sem Fall aus Wup­per­tal kommt.

Dazu ist es auch nötig, die L561 bis zum spä­ten Nach­mit­tag voll zu sper­ren. Wäh­rend der Ret­tungs­maß­nah­men war das noch nicht nötig. Obwohl neben der Poli­zei auch die Feu­er­wehr, ein Not­arzt und zwei Ret­tungs­wa­gen zur Unfall­stel­le aus­rück­ten, wur­de der Ver­kehr nur gering­fü­gig beein­flusst. Bei­de Autos dürf­ten Total­schä­den haben und muss­ten abge­schleppt wer­den.

Wir berich­ten wei­ter!