22. Juli 2024
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Kings of Floyd begeistern in Meinerzhagener Stadthalle

Bei den Auftritten von Pink-Floyd-Coverbands gibt es ein Phänomen: Während die erfolgreichsten und bekanntesten Stücke auf Konzerten überwiegend zum Ende hin, mitunter sogar erst in der Zugabe gespielt werden, hat sich in diesem Genre etabliert, mit “Shine on you crazy Diamond” zu beginnen. Genauer gesagt mit Part 1 bis 5 des ziemlich langen Stücken. Kings of Floyd (nicht zu verwechseln mit dem Sänger King Floyd!) machten es bei ihrem Gig in der Meinerzhagener Stadthalle am Freitag, 3. November, nicht anders, und lieferten offenbar das, was das Publikum wünschte. Mit dem eingeblendeten Porträt von Syd Barrett, der als eigentlicher Erfinder von Pink Floyd gilt. Das Lied ist bekanntlich eine Würdigung seiner tragischen Person.


Jedenfalls waren die Gäste vom ersten Takt an in Stimmung. Besucher hätten es allerdings ruhig noch etwas mehr sein können, denn der eine oder andere Platz blieb leer. Mark Gillespie, Leadsänger und Kopf der Truppe, kommentierte dies selbstironisch-bissig mit “it looks like wie ausverkauft”, und lästerte in ähnlichem Stil auch über die Location. Nun, das ist letztlich Geschmacksache, außerdem war das Publikum selbst in Feierlaune. Und die Band, eigener Veranstalter des Konzertes, hat sich den Ort ja selbst ausgesucht.

Fotos: Markus Klümper


Die Musik von Pink Floyd zu covern, ist eine anspruchsvolle Nummer, schließlich wird die Band sowohl dem Progressive- als auch dem Psychedelic Rock zugeordnet. Obendrein sind die Platten nicht wegen der Musik selbst beliebt, sondern auch wegen ihrer überragenden Klangqualität. All dies ergibt hohe Hürden für Live-Auftritte, und die visuellen Effekte kommen noch obendrauf. Letztlich ist das für die Musiker stets eine Gratwanderung zwischen Party und Perfektionismus. Irgendwie ist es King of Floyd gelungen, selbst mit Perfektion zu punkten, und dem Publikum die Partystimmung zu überlassen. Das trifft vielleicht nicht Geschmack jeden Pink-Floyd-Liebhabers, aber in der Stadthalle hat es den Nerv der Gäste getroffen.
Wenn es darum geht, sich in Originaltreue zu verbeissen, sind Kings of Floyd ganz weit vorne, und erfüllen damit ihr eigenes Versprechen auf den Punkt!
Mit der Zusammenstellung der Songs ging man wenig Wagnisse ein: Dogs of War war da noch ein Titel, der nicht immer ganz oben auf jeder Setlist steht, mehrere Stücke vom Konzeptalbum The Wall sind hingegen Pflichtprogramm.
Kurzum: Kings of Floyd lieferten in rund zwei Stunden exakt das, was die Liebhaber des Originals glücklich machte. Mehr geht eigentlich nicht!

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