3. März 2024
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Mordete Musikerin in der historischen Brennerei?

KIERSPE (mk) Dass bei einem Thea­ter­stück oder einem Kon­zert Blut­kon­ser­ven in der Ecke her­um­lie­gen, dürf­te ziem­lich sel­ten sein. Vor allem, wenn die­se in einem gemüt­li­chen und gepfleg­ten Ambi­en­te auf­ge­führt wer­den. In der his­to­ri­schen Bren­ne­rei in Rön­sahl war dies ein­deu­tig dem The­ma des Abends geschul­det, denn der kurio­se Fund war eines der „Beweis­stü­cke“ bei der Suche nach dem vier­ten Prot­ago­nis­ten, der beim KLASSIK.KRIMI neben Juri Tetzlaff, Johan­na Franz und Patri­cia Ramí­rez-Gas­tón auf der Büh­ne ste­hen soll­te. Um die Gäs­te mit einem Tan­go-Ryth­men und ande­ren musi­ka­li­schen Lecker­bis­sen zu erfreu­en. Zu erle­ben war dies am ver­gan­ge­nen Frei­tag, 27. Okto­ber.

Tan­go-Rhyt­men und Film­me­lo­dien im Wech­sel mit gro­tes­ker Hand­lung. FOTOS: Mar­kus Klüm­per

Doch dar­aus wur­de nicht: Als Sant­ia­go López auf die Büh­ne kom­men soll­te, pas­sier­te nichts. Mode­ra­tor Juri Tetzlaff such­te im Back­stage-Bereich nach dem Ver­miss­ten, und kam mit blu­ti­gen Hän­den zurück. Was folg­te, war man­gels Erschei­nen der zur Hil­fe geru­fe­nen Poli­zei der Beginn eige­ner Ermitt­lun­gen zum Ver­bleib des Ver­miss­ten, bei denen natür­lich auch die Zuschau­er mit­hel­fen muss­ten.

Wer eigent­lich wegen der Musik in die Bren­ne­rei gekom­men war, wur­de nicht ent­täuscht, denn das Pro­gramm war von ent­spre­chen­den Ein­la­gen gespickt. Dabei ent­führ­te Juri Tetzlaff die Zuhö­rer zunächst in die Geschich­te des Tan­gos, das ima­gi­nä­re Ambi­en­te argen­ti­ni­scher Hafen-Bor­del­le. Orte, über die er in sei­nem Haupt­job als Fern­seh-Mode­ra­tor im Kin­der­pro­gramm sicher­lich nicht berich­tet. In der Bren­ne­rei dien­te dies vor allem dazu, die Lebens­läu­fe der Dar­stel­ler zu erklä­ren. Die lagen den Besu­chern, (oder bes­ser gesagt: Teil­neh­mern) sogar schrift­lich vor, und waren Teil der kri­mi­na­lis­ti­schen Kno­bel­auf­ga­ben.

Zur Ehren­ret­tung aller Betei­lig­ten sei gesagt: Nie­mand von ihnen hat einen per­sön­li­chen Bezug zu den Rot­licht-Vier­teln in Bue­nos Aires. Viel­mehr lau­fen die Fäden in Det­mold zusam­men, wo die gei­gen­spie­len­de Johan­na und die Pia­nis­tin Patri­cia in der Ver­gan­gen­heit schon ein­mal mit dem mög­li­chen Mord­op­fer, zumin­dest aber ver­miss­ten Sant­ia­go schon ein­mal zu tun hat­ten. Das Per­fi­de an der Sache: Die Lebens­läu­fe stim­men tat­säch­lich.

Wer nun denkt, Det­mold sei als Gro­tes­ke aus­ge­wählt wor­den, als Ort, den man kaum mit latein­ame­ri­ka­ni­schen Rhyth­men in Ver­bin­dung bringt, irrt. Die­ser Punkt ist genau real, wie die Her­kunft von Johan­na Franz. Die ist näm­lich in Kierspe bezie­hungs­wei­se Rön­sahl auf­ge­wach­sen. Es besteht daher der drin­gen­de Ver­dacht, dass daher die Bren­ne­rei als einer der „Tat­or­te“ für das unge­wöhn­li­che Büh­nen­stück aus­ge­wählt wur­de.

Ist im Back­stage-Bereich ein schlim­mes Ver­bre­chen gesche­hen?


Aller­dings gab es noch wei­te­re Ver­däch­ti­gun­gen, und die betra­fen so ziem­lich jeden der Dar­stel­ler. Um den­je­ni­gen, die sich „Mord im Back­stage“ spä­ter bei ande­ren Gele­gen­hei­ten anse­hen wol­len, nicht zuviel ver­ra­ten zu wol­len: Die Sache nimmt man­che Wen­dung und ein völ­lig uner­war­te­tes Ende. Zwi­schen­durch geht es einer der Musi­ke­rin­nen sogar live an die Gur­gel.

Die rund zwei­stün­di­ge Auf­füh­rung begeis­ter­te die Anwe­sen­den rest­los, und als Loca­ti­on hat sich die his­to­ri­sche Bren­ne­rei mehr als bewährt. Obgleich die bis­her unbe­stä­tig­te Annah­me im Raum steht, dass die­se Aus­wahl mit der Her­kunft von Johan­na Franz zusam­men­hängt, passt sie wie die sprich­wört­li­che Faust aufs Auge.

Ver­an­stal­ter war der KUK e.V, der Ver­ein für Kom­mu­ni­ka­ti­on und Kul­tur in Kierspe und Mei­nerz­ha­gen. Mit die­sem Event hat der Ver­ein zwei­fel­los einen Voll­tref­fer gelan­det, der ver­mut­lich noch mehr Kri­mi-Lieb­ha­ber ange­zo­gen hät­te, als in die Loca­ti­on gepasst hät­ten. Die Dar­stel­ler glänz­ten nicht nur Abwe­sen­heit, son­dern auch durch die musi­ka­li­schen Dar­bie­tun­gen und ihr komö­di­an­ti­sches Talent.

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