15. April 2024
Kierspe

Lehrreicher Tag für Europaabgeordnete Sippel

KIERSPE (mk) Das Leben kann für Berufs­po­li­ti­ker ziem­lich anstren­gend sein, lehr­reich sowie­so. Die Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te Bir­git Sip­pel (SPD) hat­te am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag, 15. Febru­ar, aller­dings auch Ter­mi­ne auf der Agen­da, bei denen es recht fröh­lich zuging. Obgleich die Arns­ber­ge­rin, die für die Regi­on Süd­west­fa­len im Euro­pa-Par­la­ment sitzt, am Abend ein erns­tes Anlie­gen hat­te: Beim “Rei­be­ku­che­nes­sen” des Kier­sper SPD Orts­ver­eins sprach sie aus aktu­el­lem Anlass allen ins Gewis­sen, die erwä­gen, sich von den alt­be­kann­ten Par­tei­en anzu­wen­den. “Als Pro­test­wäh­ler muss man nicht faschis­tisch wäh­len”, mach­te Sip­pel deut­lich. Gera­de bei der im Juni anste­hen­den Euro­pa­wahl sei der Wahl­zet­tel lang, da gäbe es genug ande­re demo­kra­ti­sche Par­tei­en.

Ob Bir­git Sip­pel in der gut­be­such­ten Umbau-Bar vie­le Men­schen vor der Wahl rech­ter Par­tei­en war­nen muss, darf bezwei­felt wer­den, denn min­des­tens bei einem Groß­teil der Anwe­sen­den dürf­te es sich um über­zeug­te Sozi­al­de­mo­kra­ten han­deln. Und die wur­den von der Euro­pa-Par­la­men­ta­rie­rin nicht zum ers­ten Mal besucht, nach eige­nem Bekun­den freut sich Sip­pel über der­ar­ti­ge Ein­la­dun­gen und nimmt die­se auch, so gut es zeit­lich geht, auch wahr.

Wehr­lei­ter Bud­de führ­te Ser­can Celik und Bir­git Sip­pel durchs neue Gerä­te­haus. Fotos: Mar­kus Klüm­per

Damit sie die Stadt Kierspe auch mal näher ken­nen­lernt, hat Ser­can Celik, Vor­sit­zen­der des SPD-Orts­ver­einsr noch zwei wei­te­re Ter­mi­ne an die­sem Tag orga­ni­siert. Ers­ter Treff­punkt war das neue Feu­er­wehr­ge­rä­te­haus, wo Wehr­lei­ter Mike Bud­de und Hen­drik Bau­kloh einen Ein­blick in die Arbeit der Feu­er­wehr gaben. Im Gespräch bewies die Poli­ti­ke­rin ein Gespür für die The­men, die für Frei­wil­li­ge Feu­er­weh­ren immer rele­van­ter wer­den: Unter ande­rem eben die Nach­wuchs­ge­win­nung. Obgleich dies­be­züg­lich in Kierspe die Welt der­zeit noch in Ord­nung ist, macht man sich auch bei der hie­si­gen Wehr Gedan­ken, wie man auch in Zukunft Kin­der und Jugend­li­che für das Ehren­amt begeis­tern kann.

Bei der Füh­rung durch das noch jun­ge Gerä­te­haus des Innen­stadt­lösch­zugs wur­de klar, dass hier zwar ver­nünf­ti­ge Platz­ver­hält­nis­se herr­schen, aber auch kei­ne Flä­che ver­schenkt wird. Viel­mehr offen­bar­te sich, wie­vie­le Auf­ga­ben hin­ter den Kulis­sen bewäl­tigt wer­den müs­sen, die Zeit und Kom­pe­tenz benö­ti­gen. Dank der moder­nen Aus­stat­tung gab es viel Tech­nik zu bestau­nen, da war der hydrau­li­sche Sprei­zer auf der Werk­bank noch ver­gleichs­wei­se klein und kon­ven­tio­nell. Jeden­falls ver­ging die Zeit so schnell, dass es mit dem zwei­ten Besich­ti­gungs­ter­min schon eng wur­de.

Im sozia­len Bür­ger­zen­trum “Hand in Hand” freu­ten sich Vor­sit­zen­der Mar­kus Gor­ecki und etli­che Mit­wir­ken­de bereits auf die Ankunft der Poli­ti­ke­rin. Die bewies hier Boden­stän­dig­keit und Humor: Tat­säch­lich fand die Abge­ord­ne­te aus dem Hoch­sauer­land in der Klei­der­kam­mer eine Jacke, die ihr nicht nur gefiel, son­dern oben­drein gut pass­te. Kur­zer­hand wech­sel­te das Second-Hand-Beklei­dungs­stück die Besit­ze­rin, und das Spar­schwein freu­te sich über eine groß­zü­gi­ge Zah­lung. Dar­über hin­aus lern­te Bir­git Sip­pel auch bei “Hand in Hand” eine Men­ge über die hier geleis­te­te Arbeit, die für vie­le Men­schen lebens­wich­tig gewor­den ist. Dazu zählt ins­be­son­de­re die Lebens­mit­tel­aus­ga­be der Vor­rats­kam­mer, die ähn­lich wie eine Tafel Men­schen unter­stützt, die im Grun­de noch nicht ein­mal über ein ech­tes Exis­tenz­mi­ni­mum ver­fü­gen. Auch die Akti­vi­tä­ten des sozia­len Bür­ger­zen­trums benö­ti­gen viel ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment, wes­halb sich auch für Bir­git Sip­pel auch hier die Nach­wuchs­fra­ge stellt. Dies­be­züg­lich ist hier wohl “Luft nach oben”, wie Dr. Axel Kar­ge betont: “Wir krie­gen das zwar gestemmt, aber schö­ner wäre es mit mehr hel­fen­den Hän­den”, so der Schrift­füh­rer des gemein­nüt­zi­gen Ver­eins.

Auch bei die­sem Besich­ti­gungs­ter­min hät­te Bir­git Sip­pel ger­ne aus­führ­li­cher gestal­tet, doch es war­te­ten bereits lecke­re Rei­be­plätz­chen. Und zahl­rei­che hung­ri­ge Gäs­te in der Umbau­bar, die sich auch über die aktu­el­le Arbeit im Euro­pa-Par­la­ment infor­mie­ren woll­ten.