13. Juni 2024
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Konstante Besucherzahlen bei Ausstellung der Hobbykünstler

KIERSPE (mk) Über so eine Konstanz würde sich jeder Veranstalter freuen: Geschätzte 1000 Besucher kamen am vergangenen Wochenende in die 43. Ausstellung der Hobby-Künstler Oberes Volmetal. „Genau gezählt haben wir die nicht, wir nehmen ja keinen Eintritt“, erzählt Organisatorin Brigitte Stöhr. Nur vor zwei Jahren war das pandemiebedingt einmal nötig, und da es diesmal wieder ein ähnlichen Andrang gab, könne man das ganz gut einschätzen, so die Hobby-Künstlerin, die selbst mit einem Stand für Klöppelarbeiten vertreten war. Und bei ihren Aktivitäten von ihrem Ehemann Klaus Stöhr tatkräftig unterstützt wird.
Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Die „Hobby-Künstler Oberes Volmetal“ sind kein Verein, eher ein „loser Zusammenschluss“ von Gleichgesinnten, die einmal im Jahr diese Ausstellung in der Mensa der Gesamtschule auf die Beine stellen. Was hier gezeigt wurde, war genauso abwechslungsreich wie die Bandbreite der Hobby-Künstler, aber auch sehr anspruchsvoll. Auf beides legt Brigitte Stöhr großen Wert: „Wir schauen uns vorher genau an, womit sich die Künstler um einen Stand bewerben.“ Ausserdem seien die verschiedenen künstlerischen Fachrichtungen jeweils nur einmal vertreten, um bei 30 Beteiligten möglichst viele verschiedene Angebote zu präsentieren.

Die Künstler konnten sich über viel Wertschätzung durch die Besucher freuen! FOTOS: Markus Klümper

Bei den Ausstellenden handelte es sich überwiegend um Damen, tatsächlich werden damit ein wenig Klischees bedient. Was aber keineswegs heißt, dass unter Ausstellern und Besuchern nicht auch Männer vertreten waren. Auch Bürgermeister Olaf Stelse ließ sich von den handgefertigten Preziosen begeistern und lobte das Engagement in einem Grußwort. Darin wies er auch auf die Arbeit der Gruppe rund um das Ehepaar Stöhr hin, sowie die Unterstützung des Schützenzug West bei der Bewirtung.
Die ausgestellten Werke lassen schnell vergessen, dass hier Künstler am Werk sind, die nur aus Leidenschaft ihrem Hobby nachgehen. In Gesprächen wird schnell klar, dass sich nicht viel Geld damit verdienen lässt, angesichts der vielen Arbeit, die darin steckt. So berichtet die Halveranerin Beate Neumann, dass das handbemalte Porzellan dreimal gebrannt werden müsse, insgesamt zehn Stunden Arbeit seien für einen der Teller nötig.
Auch bei den Bildern, die Irene Anweiler malt, geht es nicht ohne viel Liebe im Detail. Trotzdem können sich die Künstler von ihren Werken trennen, zumal es schon eine Wertschätzung ist, wenn Menschen Geld dafür bezahlen. Und „billig“ waren die Exponate ja nicht, bezahlbar jedoch schon.

Verzichtet lieber auf die Vorführung seines Plasma-Schneiders: Der Wiehler Stefan Müller. FOTO: Markus Klümper

Die Ausstellenden kamen überwiegend aus dem oberen Volmetal, jedoch nicht alle. Aus dem oberbergischen Wiehl stammt Stefan Müller, der seine Werkstoffe statt mit Pinsel eher mit schwerem Werkzeug bearbeitet. Während viele der Künstler auch vor Ort ihrer Leidenschaft nachgingen, kam das für ihn, dessen Frau aus Kierspe stammt, nicht in Frage: „Meinen Plasma-Schneider wollte ich nicht mitbringen“, schmunzelt Müller, der gerne mit Treibholz und Metall Skulpturen baut. Gerne in größerer Art, für den Garten.

Das Spanbaumstechen ließ sich allerdings auch am Stand sehr anschaulich vorführen. Foto: Markus Klümper

Holz ist auch der Grundstoff, mit denen Hans-Jörg und Elke Berthold ihre Schnitz-Arbeiten fertigen. An ihrem Stand kamen unwillkürlich verschneite Landschaften im Erzgebirge in den Sinn, denn dieser Stilrichtung widmen sich das Plettenberger Paar. Spanbaumstechen konnten die Besucher hier live erleben, und bekamen so eine konkreten Einblick, wieviel liebevolle Arbeit in den Werken steckt.
Viele der Kunstwerke gehörten in die Sparte “Dekoratives für das Heim”, doch auch Schmuck und Textilien waren unter den zahlreichen Stilrichtungen vertreten, die bei der Ausstellung präsentiert werden. Dabei waren die Beteiligten angehalten, sich auf ihrem Stand auf einen Bereich zu konzentrieren.
Brigitte und Klaus Stöhr können sich mit ihren Ausstellern wieder über eine gelungene Werkschau freuen, für die sie sich jedes Jahr etwas Abwechslung einfallen lassen. Inzwischen sind sie seit fast 30 Jahren im Organisationsteam, seit rund zwanzig Jahren auch in leitender Position. Auch das bringt viel Arbeit mit sich, die den beiden aber große Freude macht. Lange ausruhen können sie sich aber nicht: „Bereits im Februar beginnen die ersten Vorbereitungen für die nächste Ausstellung“, so Brigitte Stöhr. Wieviele Stunden investiert werden, fragt man Hobby-Künstler lieber garnicht, sondern erfreut sich einfach an den bezaubernden Ergebnissen der Arbeit. Und die Künstler erfreuen sich an der Wertschätzung: „Wir haben viele angenehme Gespräche geführt“. Und manches Kunstwerk hat am vergangenen Wochenende den Besitzer gewechselt.

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