13. Juni 2024
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LKW ohne Zulassung rammt Kleinwagen: Beifahrerin schwerverletzt!

KIERSPE (mk) Die Friedrich-Ebert-Straße musste am frühen Samstagabend, 11. November, in Höhe der Fa. Potthoff für etliche Stunden voll gesperrt werden. Hier hatte sich um 17.30 Uhr ein Auffahrunfall ereignet, der dramatischer war, als man es im Stadtgebiet erwarten würde. Bei dem aufgefahrenen Fahrzeug, handelte es sich um einen Sattelschlepper, glücklicherweise ohne schweren Auflieger. Der hatte einen Kleinwagen von hinten gerammt, dessen Fahrer anhielt, um nach links in die Wiesenstraße abzubiegen.

Der VW wurde völlig zerstört. FOTOS: Markus Klümper

Er und seine Beifahrerin wurden bei der Kollision verletzt. Der Fahrer leicht, die Frau aber möglicherweise sogar lebensgefährlich: “Eingeklemmt waren die beiden nicht, aber aufgrund der Verletzungsmuster haben wir eine patientenschonende Rettung vorgenommen”, erklärt Feuerwehrsprecher Christian Schwanke. Dafür wurden auf der Beifahrerseite des kleinen VW beide Türen mit hydraulischem Gerät entfernt, so dass die Rettungskräfte freien Zugang hatten und die Fahrzeuginsassen möglichst behutsam aus dem Auto geholt werden konnten. Das hat bei der Beifahrerin zwar 20 Minuten gedauert, doch in dieser Zeit konnten sich bereits der ortsansässige Arzt Jochen Reiffert und der Notarzt des Regelrettungsdienst um die Verletzten kümmern. Die kamen beide mit Rettungswagen ins Lüdenscheider Klinikum.

Der LKW hätte so keinen Millimeter mehr aus eigener Kraft bewegt werden dürfen!

Durch den Aufprall wurde der VW massiv beschädigt. Die Kollision war so stark, dass selbst die Zugmaschine deutlich sichtbar beschädigt wurde. Deren Fahrer, der eindeutige Unfallverursacher, blieb unverletzt. Er und sein Chef haben aber bezüglich des LKW noch ganz andere Probleme. Die Polizei staunte nicht nur wegen des Unfallschadens am der Front des LKW. Relevanter war die Tatsache, dass das Fahrzeug nicht nur abgemeldet war, sondern bereits einen amtlichen Aufkleber an der Seitenscheibe kleben hatte, der zum Abtransport aufforderte. Kurzum: Das Fahrzeug hätte so keinen Millimeter mehr bewegt werden dürfen. Der Fahrer konnte mangels deutscher Sprachkenntnisse nichts Sachdienliches aussagen. Es wird vermutet, dass er den LKW im Auftrag des Besitzers im Schutz der Dunkelheit illegal fortbewegt hat.
Unklar ist, welchen Einfluss dies auf das Unfallgeschehen hatte. Der tatsächliche technische Zustand des LKW ist derzeit völlig unklar, die Hauptuntersuchung wäre noch im November fällig. Die Polizei sieht aber eher Unaufmerksamkeit als Auslöser für den Unfall.
Die Feuerwehr war aufgrund der Alarmierung “TH1 — eingeklemmte Person” in Zugstärke angerückt, ausserdem waren Ehrenamtliche des DRK im Einsatz. Nachdem die beiden Verletzten befreit und dem Rettungsdienst übergeben waren, sicherten die 21 Kräfte des Löschzug 1 noch die Unfallstelle ab und klemmten die Batterie des Kleinwagens ab. Wann die Sperrung aufgehoben werden konnte, war nach Angaben der Polizei vor allem vom Eintreffen der Bergungsfahrzeuge abhängig, zwischenzeitlich sollte der Verkehr zumindest einspurig wieder rollen. Den Sachschaden an dem völlig zerstörten VW sowie dem LKW schätzt die Polizei auf mindestens 15–20.000 Euro. Beide Fahrzeuge hatten Kennzeichen “MK”, der LKW aber ohne die Zulassungssiegel. Gegen 21.30 Uhr konnte die Sperrung komplett aufgehoben werden.