30. Mai 2024
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Kaminbrand fordert Feuerwehr heraus

KIERSPE (mk) Dass die Ein­satz­kräf­te der vom Lösch­zug Stadt­mit­te am Frei­tag­abend, 5. April, kurz vor Mit­ter­nacht alar­miert wur­den, als man­cher ger­ne sei­ne Nacht­ru­he ange­tre­ten hät­te, ist All­tag in die­sem Ehren­amt. Doch was die Wehr­leu­te in der Orts­la­ge Thal erwar­te­te, war schon unge­wöhn­lich: Ein Kamin­brand der hart­nä­cki­gen Sor­te. Zunächst war man noch von einem “Brand am Gebäu­de” aus­ge­gan­gen. Das hat sich trotz der star­ken Rauch­ent­wick­lung um das Holz­haus her­um, aber auch dar­in, nicht bewahr­hei­tet. Für die Bewoh­ner wohl noch Glück im Unglück, denn ein schlim­mer Gebäu­de­brand konn­te ver­hin­dert wer­den. Der Qualm war aber so inten­siv, dass die Ein­satz­kräf­te das Ein­fa­mi­li­en­haus nur unter schwe­rem Atem­schutz betre­ten haben.

Als klar war, dass sich der “Übel­tä­ter” im Schorn­stein befin­det, wur­de die Dreh­lei­ter der Feu­er­wehr Mei­nerz­ha­gen nach­alar­miert. Des­sen Fah­rer benö­tig­te beson­de­res Fin­ger­spit­zen­ge­fühl: Nicht nur bei der Anfahrt in der engen Stra­ße, son­dern auch anschlie­ßend, als es galt, die Dreh­lei­ter in Stel­lung zu brin­gen. Etli­che Bäu­me waren im Weg, meh­re­re Ver­su­che waren dazu nötig.

Das Aus­rich­ten der Dreh­lei­ter war dies­mal ein kom­pli­zier­tes Unter­fan­gen. Foto: Mar­kus Klüm­per

In der Zwi­schen­zeit eska­lier­te der Kamin­brand, Flam­men und Fun­ken schlu­gen her­aus. Ein sol­ches Durch­zün­den im Lau­fe des Ein­sat­zes ist ziem­lich unty­pisch: In der Regel erlö­schen offe­ne Flam­men, die von außen sicht­bar sind, recht schnell. Die­ser Kamin­brand ent­pupp­te sich aller­dings als aus­ge­spro­chen arbeits­in­ten­siv. Zwi­schen­zeit­lich dran­gen Rauch und sogar Ruß durch etli­che Rit­zen des Wohn­hau­ses. Die Feu­er­wehr­leu­te hat­ten vor­sichts­hal­ber eine Lösch­was­ser­ver­sor­gung auf­ge­baut und hiel­ten sich angriffs­be­reit. Irgend­wann gelang es dem Schorn­stein­fe­ger, nach und nach die Ver­stop­fun­gen aus dem Kamin­schacht zu lösen, so dass das bren­nen­de Mate­ri­al unten mit einer Mul­de auf­ge­fan­gen und im Frei­en unschäd­lich gemacht wer­den konn­te.

Immer wie­der schlu­gen Flam­men aus dem Schorn­stein. Foto: Feu­er­wehr Kierspe

Obgleich eine ganz gro­ße Kata­stro­phe ver­hin­dert wer­den konn­te: Die Bewoh­ner konn­ten erst­mal nicht wie­der in ihr Haus zurück­keh­ren und wur­den ander­wei­tig unter­ge­bracht. Die Feu­er­wehr­leu­te, und auch die Hel­fe­rin­nen und Hel­fer vom eben­falls aus­ge­rück­ten Roten Kreuz waren bis tief in die Nacht vor Ort. Erst um 3.15 Uhr sei die Feu­er­wehr wie­der ins Gerä­te­haus ein­ge­rückt, erklärt Spre­cher Chris­ti­an Schwan­ke. Über das genaue Scha­dens­bild in dem betrof­fe­nen Haus lie­gen kei­ne detail­lier­ten Anga­ben vor.

Ins Haus ging es nur unter schwe­rem Atem­schutz. Foto: Mar­kus Klüm­per