29. Mai 2024
FreizeitHandel & GewerbeKierspe

Stadtmarketing-Verein diskutiert kreative Lösungen

KIERSPE (mk) Im Wesent­li­chen kann das Kier­sper Stadt­mar­ke­ting auf eine soli­de und erfolg­rei­che Arbeit zurück­bli­cken, und auch die Zukunft sieht kei­nes­wegs nega­tiv aus. Das hat sich in der ver­gan­ge­nen Woche bei der Mit­glie­der­ver­samm­lung gezeigt. Hier traf sich im Grun­de der “har­te Kern”, die­je­ni­gen, die zum Vor­stand oder zur Geschäfts­füh­rung gehö­ren. Natür­lich kam auch Bür­ger­meis­ter Olaf Stel­se zu dem Tref­fen, bei dem zunächst eini­ge For­ma­li­en abge­ar­bei­tet wur­den. Dazu zähl­ten die Wah­len, genau­ge­nom­men Wie­der­wah­len: Andre­as Lorenz blieb Kas­sen­wart, Harald Schie­mann und Micha­el Kna­be wur­den in ihrer Funk­ti­on als 2. sowie 4. Bei­sit­zer bestä­tigt. Neu­be­setzt wur­de ledig­lich die Kas­sen­prü­fung: Hier folgt Mar­kus Klüm­per auf Stef­fen Wie­land, der nach zwei Jah­ren tur­nus­mä­ßig aus­schei­det. Wei­ter­hin vakant bleibt aller­dings die Stel­le des stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den, nach­dem Harald Tur­ck von die­sem Amt zurück­ge­tre­ten war.

Sowohl die Kas­sen­füh­rung, als auch deren Prü­fung erga­ben kei­ner­lei Unre­gel­mä­ßig­kei­ten, zeig­ten dem Ver­ein aber auch die Her­aus­for­de­run­gen und Pro­ble­me auf. Dass von zuletzt 5978 Euro aktu­ell nur noch rund 4330 Euro in der Kas­se sind, ist kei­ne Fol­ge von zu groß­zü­gi­gem Haus­hal­ten, son­dern der Anschaf­fung von zeit­ge­mä­ßen LED-Lich­ter­ket­ten zur Weih­nachts­be­leuch­tung geschul­det. Mit 1600 Euro hat die­se Inves­ti­ti­on ein gro­ßes Loch in die Kas­se geris­sen. In Anbe­tracht der Ein­spa­rung von fast 90% der Ener­gie, die LED-Leucht­mit­tel weni­ger als kon­ven­tio­nel­le Glüh­bir­nen ver­brau­chen, ist das Geld sicher gut ange­legt.

Dar­über hin­aus muss die­ser Betrag auch in Rela­ti­on zu einem teu­ren “Erfolgs­mo­dell” gesetzt wer­den: Den zwei­fel­los sinn­vol­len und gut fre­quen­tier­ten DOGSTATIONS. Die­se Hun­de­kot­beu­tel­spen­der belas­ten den Stadt­mar­ke­ting­ver­ein in ähn­li­chen Dimen­sio­nen. Dar­über war unter den Anwe­sen­den nie­mand erfreut, viel­mehr herrsch­te Einig­keit: Es muss­te eine prak­ti­ka­ble Lösung her! Auch für das lau­fen­de Jahr muss­ten für die Befül­lung mit neu­en Beu­teln rund 1000 bis 1500 Euro ein­ge­plant wer­den. Der Gedan­ke, die­sen Aus­ga­ben­pos­ten auf die Stadt zu über­tra­gen und auf die Hun­de­steu­er auf­zu­schla­gen, sorg­te bei Bür­ger­meis­ter Stel­se aller­dings für Stirn­run­zeln. Zwar wären das bei aktu­ell rund 1200 in Kierspe gemel­de­ten Hun­den kei­ne immensen Beträ­ge, doch Stel­se wies auf die Erwar­tungs­hal­tung der Hun­de­be­sit­zer nach mehr Müll­ei­mern in der Nähe der Beu­tel­spen­der hin: “Die Müll­ei­mer müs­sen auch regel­mä­ßig geleert wer­den, dadurch haben wir noch mehr Arbeit und eine Men­ge Fol­ge­kos­ten”, lau­te­te der Ein­wand des Bür­ger­meis­ters.

Zwei Ideen sol­len nun aber umge­setzt wer­den: Zum einen sol­len Hun­de­be­sit­zer um frei­wil­li­ge Spen­den gebe­ten wer­den. Auf­ru­fe dazu sol­len als Fly­er mit den nächs­ten Hun­de­steu­er­be­schei­den ver­sandt wer­den, aus­ser­dem soll es ent­spre­chen­de Hin­wei­se an den Dog­sta­ti­ons selbst geben. Die sol­len in Zukunft aber auch als Wer­be­flä­che für Spon­so­ren die­nen, um den Nach­schub an Beu­teln wei­ter­hin bezah­len zu kön­nen. Denn eines steht fest: Nicht alle Her­aus­for­de­rung zum The­ma “Hun­de­hau­fen” las­sen sich per­fekt bewäl­ti­gen, den­noch haben sich die Beu­tel­spen­der als wirk­sam erwie­sen. Ange­sichts der sta­gnie­ren­den Mit­glieds­bei­trä­ge von jähr­lich rund 6000 Euro sind die Kos­ten aber nicht mehr dar­stell­bar.

Aller­dings soll auch an die­sem Punkt gear­bei­tet wer­den: Der Ver­ein wünscht sich viel mehr Mit­glie­der, ins­be­son­de­re auch mehr Gewer­be­trei­ben­de aus Kierspe. Daher wur­den bei der Ver­samm­lung auch Ideen zusam­men­ge­tra­gen, wie man mehr Unter­neh­mer anlo­cken kann. Bekannt­lich beschäf­tigt sich der Stadt­mar­ke­ting-Ver­ein mit Pro­jek­ten, die die Rauk­stadt für ihre Bewoh­ner attrak­ti­ver und lebens­wer­ter machen. Wirt­schafts­för­de­rung steht dabei nicht auf der Agen­da. Doch das muss ja kein Wider­spruch sein. Jeden­falls wur­den Ideen für Wer­be­maß­nah­men geschmie­det, bei denen die hei­mi­schen Unter­neh­men betei­ligt wer­den.

Viel Posi­ti­ves gab es über lau­fen­de und zukünf­ti­ge Aktio­nen zu berich­ten: Wie bereits im ver­gan­ge­nen Jahr, wird sich der Stadt­mar­ke­ting-Ver­ein bei ver­schie­de­nen Ver­an­stal­tun­gen wie dem Früh­lings­fest im Volm­e­Frei­zeit­park oder dem Stadt­fest enga­gie­ren. Mobi­li­täts­ak­tio­nen und Stadt­rund­fahr­ten sowie eine Betei­li­gung an Feri­en­spiel­ak­tio­nen sind fest ein­ge­plant. Ein abso­lu­ter Selbst­läu­fer sind die höchst erfolg­rei­chen Knei­pen­quiz-Aben­de, von denen die nächs­ten zwei schon wie­der aus­ge­bucht sind.

Ein High­light soll die geplan­te Him­mels­schau­kel wer­den, deren Pla­nung schon weit fort­ge­schrit­ten ist, obgleich der Stand­ort und auch die Finan­zie­rung noch nicht ganz fest­ste­hen. Immer­hin kos­tet die­ses Gerät inklu­si­ve der not­wen­di­gen Tief­bau-Maß­nah­men rund 9500 Euro. Doch nach Abzug von För­der­mit­teln, antei­li­ger Umsatz­teu­er und Skon­to hofft der Ver­ein, die­ses Vor­ha­ben mit einer Eigen­be­tei­li­gung von etwa 1000 Euro rea­li­sie­ren zu kön­nen.

Neu­tra­li­täts­hin­weis: Der Autor die­ses Berich­tes ist selbst Mit­glied des Stadt­mar­ke­ting-Ver­eins und wur­de bei der Ver­samm­lung, über die hier berich­tet wird, zum Kas­sen­prü­fer gewählt.

Teu­res Erfolgs­mo­dell: Die Hun­de­kot­beu­tel­spen­der bewäh­ren sich, belas­ten aber gehö­rig das Bud­get des Ver­eins. Fotos: Mar­kus Klüm­per