15. April 2024
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Förderverein für die Kinderfeuerwehr gegründet

KIERSPE (mk) Bei der Feu­er­wehr geht ja bekannt­lich alles ganz schnell: Pünkt­lich um 17 Uhr star­te­te am Sams­tag, 23. März, die Grün­dungs­ver­samm­lung, und bereits 38 Minu­ten spä­ter waren die Grün­dung des “För­der­ver­eins der Kin­der­feu­er­wehr der Feu­er­wehr Kierspe” beschlos­sen, der Vor­stand gewählt sowie wei­te­re Punk­te der Tages­ord­nung abge­ar­bei­tet. Doch die­ser rei­bungs­lo­se Ablauf ist das Ergeb­nis lang­wie­ri­ger und akri­bi­scher Vor­ar­beit: Seit rund einem Jahr wur­de an dem Pro­jekt gear­bei­tet, und der Wunsch nach einem För­der­ver­ein kam schon vor eini­gen Jah­ren auf.

Durch die Tages­ord­nung führ­te Micha­el Steg­mann, der tief in der Kier­sper Feu­er­wehr ver­wur­zelt ist, und auch viel ehren­amt­li­che Arbeit in der Kin­der­feu­er­wehr leis­tet. Mit dem För­der­ver­ein wird es nun ein­fa­cher mög­lich sein, Spen­den für die Arbeit in der Kin­der­feu­er­wehr zu erzie­len. Bis­her war die Abtei­lung, die seit rund 13 Jah­ren Kin­dern im Alter zwi­schen 6 und 10 Jah­ren den Ein­stieg in die Welt der Feu­er­wehr ermög­licht, bei­spiels­wei­se auf Zuwen­dun­gen ande­rer Ein­hei­ten ange­wie­sen, oder auf Erlö­se aus eige­nen Aktio­nen auf Ver­an­stal­tun­gen.

Ein Selbst­läu­fer ist die Grün­dung eines sol­chen För­der­ver­eins nicht. Es muss­te eine Sat­zung geschrie­ben wer­den, für die es zwar Vor­la­gen gibt, die aller­dings nicht immer zu den Bedürf­nis­sen des Ver­eins pas­sen: “Wir haben etli­che Mus­ter­sat­zun­gen gele­sen, und auch die von der Kin­der­feu­er­wehr Mari­en­hei­de, aber das muss­ten wir alles anpas­sen”, berich­tet Micha­el Steg­mann. Das Kür­zel “e.V.” wird der För­der­ver­ein übri­gens trotz der gemein­nüt­zi­gen Auf­ga­ben nicht tra­gen: “Wir ver­zich­ten dar­auf, weil die Auf­la­gen sehr schwer zu erfül­len wären”, so Steg­mann. Jeder Wech­sel im Vor­stand müss­te gemel­det wer­den, das ent­fällt nun. Mit den Nach­tei­len kann der För­der­ver­ein leben: “Wir dür­fen weder Grund­stü­cke noch Gebäu­de erwer­ben”, erläu­tert Steg­mann die unwe­sent­li­chen Ein­schrän­kun­gen. Aus­ser­dem sei dafür ja ohne­hin die Stadt Kierspe zustän­dig.

Die Stadt wird durch den För­der­ver­ein aller­dings ent­las­tet, wie ihr Bür­ger­meis­ter betont. Olaf Stel­se nahm selbst an der Grün­dungs­ver­samm­lung teil und dank­te zunächst den vie­len Frei­wil­li­gen, die auch in der Kin­der­feu­er­wehr aktiv sind. Für deren Arbeit erwar­tet das Stadt­ober­haupt ver­schie­de­ne posi­ti­ve Effek­te durch den För­der­ver­ein: “Mit städ­ti­schen Mit­teln kann nicht immer alles abge­deckt wer­den. Ich hof­fe, dass nun ent­spre­chen­de Spen­den­mit­tel auf­ge­bracht wer­den.” Posi­tiv hob Stel­se auch her­vor, dass der Vor­stand des neu­en För­der­ver­eins kom­plett weib­lich ist!

Obgleich auch die flott abge­wi­ckel­ten Vor­stands­wah­len das Ergeb­nis vor­he­ri­ger Gesprä­che mit mög­li­chen Kan­di­da­ten waren, ist das schon bemer­kens­wert. Sogar die Pos­ten der Kas­sen­prü­fer, die den Vor­stand qua­si kon­trol­lie­ren, sind weib­lich besetzt. Alle Vor­stands­mit­glie­dern sind bereits als Betreue­rin­nen in der Kin­der­feu­er­wehr enga­giert, Clau­dia Grau ist Lei­te­rin der „Nach­wuchs­ein­heit“.

Zur 1. Vor­sit­zen­den wur­de Celi­ne Steg­mann gewählt, die Toch­ter von Micha­el Steg­mann: “Ich neh­me die Wahl sehr ger­ne an”, bekräf­tigt die jun­ge Frau, die als Schü­le­rin dem­nächst ihr Abitur macht, aber ver­spricht “auch danach Kierspe treu zu blei­ben”. Celi­ne Steg­mann kennt die Kin­der­feu­er­wehr vom ers­ten Tag an, sie war näm­lich bereits bei deren Grün­dungs­ver­an­stal­tung dabei und leis­tet mitt­ler­wei­le akti­ven Dienst in der zum Lösch­zug 4 gehö­ren­den Lösch­grup­pe Voll­me.

Auch ihre Stell­ver­tre­te­rin Jana Oehl­ke ist im Lösch­zug 4 aktiv und hat eine ähn­li­che Kar­rie­re in der Kier­sper Wehr absol­viert. Als För­der­mit­tel­ma­na­ge­rin dürf­te sie inter­es­san­te beruf­li­che Erfah­run­gen in die Vor­stands­ar­beit ein­brin­gen. Ähn­li­ches gilt auch für Eileen Enne­per, die als gelern­te Buch­hal­te­rin mitt­ler­wei­le beim Finanz­amt tätig ist und im För­der­ver­ein nun zur 1. Kas­sie­re­rin gewählt wur­de. Ihr steht Clau­dia Grau als Stell­ver­tre­te­rin zur Sei­te, die bereits Lei­te­rin der Kin­der­feu­er­wehr ist. Anja Cle­ver-Neu­mann ist die neue Schrift­füh­re­rin, und um die Kas­sen­prü­fung küm­mern sich Clau­dia Jaku­bik und Nora Weber.

Der frischgewählte Vorstand ist komplett weiblich!
Gro­ße Run­de im Gerä­te­haus Stadt­mit­te zur Grün­dung des För­der­ver­eins. Fotos: Mar­kus Klüm­per

Die Kin­der­feu­er­wehr dürf­te durch die Arbeit des För­der­ver­eins nun Rücken­wind bekom­men. Für einen gewis­sen Grund­stock in der Kas­se sor­gen die Mit­glieds­bei­trä­ge, die pro Kind und Jahr min­des­tens 12 Euro betra­gen, aber frei­wil­lig auch ger­ne auf­ge­stockt wer­den kön­nen. Glei­ches gilt für Mit­glie­der, die selbst kei­ne Kin­der haben, die in der Kin­der­feu­er­wehr aktiv sind. Mit die­sem Betrag sieht Micha­el Steg­mann einen Teil des Gebo­te­nen schon­mal gedeckt: “Dafür bekommt jedes Kind an jedem Übungs­nach­mit­tag etwas zu trin­ken.“

Eine Rei­he von Mit­glieds­an­trä­gen sind im Rah­men der der Grün­dungs­ver­samm­lung bereits aus­ge­füllt wor­den, aber es sol­len dem­nächst noch wesent­lich mehr wer­den. Im Zuge der Mit­glie­der­ge­win­nung wer­den sicher­lich auch Ein­bli­cke in die Arbeit der Kin­der­feu­er­wehr gege­ben, denn anschei­nend gibt es da noch das eine oder ande­re Miss­ver­ständ­nis, wie Micha­el Steg­mann in einer Anek­do­te erzähl­te: “Wenn es irgend­wo brennt, könnt ihr doch nicht die Kin­der da rein schi­cken”, bekam er bei einem zufäl­li­gen Gespräch im Super­markt von einem ent­rüs­te­ten Bekann­ten zu hören. Dar­an ist natür­lich auch nicht zu den­ken. Selbst für die Mit­glie­der der Jugend­feu­er­wehr, die kurz vor dem Wech­sel in den akti­ven Dienst der Erwach­se­nen ste­hen, ist ein sol­cher Ein­satz völ­lig aus­ge­schlos­sen.

Die Kin­der­feu­er­wehr dient dem ers­ten, spie­le­ri­schen, Her­an­tas­ten an die Mate­rie. Wenn es dar­um geht, Gefah­ren zu erken­nen und zu ver­mei­den, sind die Kids aber schon ziem­lich pfif­fig. Bis zum Ein­tritt in die Jugend­feu­er­wehr kön­nen die Klei­nen bereits drei “Kinderflamme”-Abzeichen erlan­gen, wofür es eini­ges zu ler­nen gilt! Es sind eben die ers­ten Schrit­te, um spä­ter ein­mal Feu­er­wehr­frau oder Feu­er­wehr­mann zu wer­den. Das Mot­to: “Heu­te Lösch­zwerg, mor­gen Lebens­ret­ter”. Mit der Unter­stüt­zung des För­der­ver­eins dürf­te die Arbeit mit den Kleins­ten nun auf ein noch soli­de­res Fun­da­ment gestellt wer­den.

Per­so­nen auf dem Grup­pen­fo­to (von links):
Jana Oehl­ke (2. Vor­sit­zen­de)
Anja Cle­ver-Neu­mann (Schrift­füh­re­rin)
Eileen Enne­per (1. Kas­sie­re­rin)
Nora Weber (2. Kas­sen­prü­fe­rin)
Clau­dia Grau, (2. Kas­sie­re­rin)
Clau­dia Jaku­bik (1. Kas­sen­prü­fe­rin)
Celi­ne Steg­mann (1. Vor­sit­zen­de)