3. März 2024
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Spedition Sack läutet Adventszeit ein

KIERSPE (mk) Die­se Band ist ein Phä­no­men: Einer­seits bezeich­nen sich die “Spe­di­ti­on Sack” als die schlech­tes­te Coun­try­band der Welt, ande­rer­seits wol­len sie bei ihren Gast­auf­trit­ten beim Tru­cker­fes­ti­val in Balt­rum die ein­zi­ge gute Live-Band gewe­sen sein. Abge­se­hen davon, dass den Gäs­ten beim dies­jäh­ri­gen Vor­weih­nachts-Gig am ver­gan­ge­nen Frei­tag 24. Novem­ber, der­ar­ti­ge Bewer­tun­gen offen­bar herz­lich egal waren, könn­te die­se Dis­kre­panz dadurch umschifft wor­den sein, dass ein­fach nur wenig Coun­try gespielt wur­de. Im Gegen­teil: Hans hat sich bei dem Auf­tritt im Land­haus Var­mert sogar als Rap­per ver­dingt, und das wohl ziem­lich über­zeu­gend. Irgend­wie liegt aber der Ver­dacht in der Luft, dass die vier­köp­fi­ge Com­bo mit ihrem Slo­gan nur koket­tiert.
Aller­dings ist man auch nicht zim­per­lich, wenn die Stim­mung ange­heizt wer­den soll: “Wer nicht mit­singt, den haut der Werk­schutz”, lau­te­te die kla­re Ansa­ge. Wer bei der “Säck­uri­ty” dies­mal Dienst hat­te, war nicht auf Anhieb klar, weil einer der Roa­dies trotz ver­letz­tem und ver­bun­de­nem Fin­ger ganz loy­al in Uni­form mit­misch­te.


Trotz aller Schrul­lig­kei­ten muss man der Spe­di­ti­on Sack zugu­te hal­ten, dass die Auf­trit­te klar struk­tu­riert sind. Dem­entspre­chend wur­de das ers­te Set des Abends sehr blues­las­tig. Beim Anhei­zen des Publi­kums kam bei­läu­fig her­aus, dass Horst zwar (noch) kein Jodel­di­plom hat, sich aber immer­hin “staat­lich geprüf­ter Klat­scher” nen­nen darf. Apro­pos Blues: Der ers­te Akt bewies, dass ein fried­li­ches Neben­ein­an­der von Blues und Coun­try durch­aus mög­lich ist. Obgleich die Fans bei­der Lager die his­to­ri­sche Ver­bun­den­heit die­ser musi­ka­li­schen Rich­tun­gen vehe­ment bestrei­ten. Von der­er­lei Zwie­tracht war bei den Säcken aber nichts zu spü­ren, schließ­lich war das Gan­ze ja dem Fest der Lie­be gewid­met. Und so wech­sel­ten sich Hits wie MINNIE THE MOOCHER und John­ny Cash´s RING OF FIRE ab, und lie­ßen das Stim­mungs­ba­ro­me­ter stei­gen.
Ganz dem Anlass ver­pflich­tet, bestand das zwei­te Set aus typi­schen Weih­nachts­lie­dern. Bezie­hungs­wei­se dem, was die Säcke dar­aus gemacht haben. Der Respekt vor dem Lied­gut hielt sich jeden­falls in Gren­zen, was an sich nicht wei­ter dra­ma­tisch war. Bedenk­li­cher war, dass Heinz das ver­gan­ge­ne Jahr für alles Mög­li­che genutzt hat, aber anschei­nend nicht für das Üben des Flö­ten­spiels. Immer­hin gab es kei­nen nen­nens­wer­ten Aus­fäl­le bei den erneut ver­teil­ten Fin­ger­glöck­chen.
Die Titel wur­den in bei­den Rich­tun­gen “geco­vert”: Mal wur­de ein volks­tüm­li­cher Text mit einem Pophit kom­bi­niert, mal stand die Melo­die des Weih­nachts­lie­des im Vor­der­grund. Gleich zwei Titel waren bekann­ten Per­sön­lich­kei­ten gewid­met, die erfolg­reich des Koka­in­kon­sums über­führt wor­den sind: Bei Lie­dern wie LET IT SNOW und LEISE RIESELT DER SCHNEE waren die Sei­ten­hie­be unaus­weich­lich. ALDO JAHRE WIEDER war dem Wirt und sei­nem Team gewid­met, der nun zum zwei­ten Mal die Loca­ti­on für die “Weih­nachts­pro­be” zur Ver­fü­gung stell­te, und die war erneut rap­pel­voll. Zumal ein orts­an­säs­si­ges Geld­in­sti­tut im Ober­ge­schoss sei­ne Weih­nachts­fei­er abhielt, und man­cher sich im Lau­fe des Abends zum Säcke-Gig “ver­irr­te”. Fest zum Reper­toire gehört mitt­ler­wei­le der Titel ES IST EIN HORST ENTSPRUNGEN. Soviel Kri­mi­nel­le Phan­ta­sie und Dra­ma in ein Weih­nachts­lied zu ver­pa­cken, zeig­te sich erneut als Glanz­leis­tung.
Das drit­te Set gehör­te dem Schla­ger-Gen­re, und natür­lich den Lie­dern, die die Spe­di­ti­on Sack ihrer Hei­mat Kierspe gewid­met hat. Ob man ange­sichts des inzwi­schen ein­ge­setz­ten Win­ter­wet­ters MIT KURZAWSKI NACH PARIS woll­te, war frag­lich: Die meis­ten waren bei der Schnee­glät­te ver­mut­lich froh, pro­blem­los bis nach Rön­sahl gekom­men zu sein. Alles in allem mal wie­der ein rich­tig schö­nes Kon­zert mit Horst, Hans und Heinz Sack, Hol­gi Hartz und der Säck­uri­ty! Übri­gens war die “Weih­nachts­pro­be” wohl auch der krö­nen­de Abschluss der Jubi­lä­ums­tour — so steht es zumin­dest hin­ten auf den Säcke-Shirts. Ach ja: Die Stim­mung des Publi­kums lässt sich in Wor­ten gar­nicht so rich­tig beschrei­ben. Dazu bit­te Bil­der schau­en:


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