2. März 2024
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UPDATE: Lage im Kiersper Rathaus nach IT-Blackout unverändert

Update vom 31. Okto­ber, 11.00 Uhr:
Die Situa­ti­on in der Ver­wal­tung der Rauk-Stadt hat sich nicht ver­än­dert. Neue Infor­ma­tio­nen, wie es wei­ter­ge­hen soll, wer­den erst für den Nach­mit­tag erwar­tet. Dann wol­le sich die Süd­west­fa­len IT (SIT) zum aktu­el­len Sach­stand äußern, erklär­te Doret­te Vor­mann-Berg auf Anfra­ge. Das bedeu­tet: Der Betrieb im Rat­haus ist wei­ter­hin sehr ein­ge­schränkt, vor allem im Hin­blick auf Online-Diens­te.

Der Dienst­leis­ter, der ins­ge­samt 72 öffent­li­che Ver­wal­tun­gen zu sei­nen Kun­den zählt, hat sich inzwi­schen auf einer not­dürf­tig publi­zier­ten Inter­net­sei­te zu dem Gesche­hen erklärt. Tat­säch­lich sprich der Anbie­ter selbst von einem Cyber-Angriff, es sei­en Erpres­sung-Tro­ja­ner auf den eige­nen Sys­te­men gefun­den wor­den. Hin­sicht­lich des­sen Aus­wir­kun­gen spricht SIT von Vor­sichts­maß­nah­men, so sei­en die Kun­den mehr oder min­der vor­beu­gend abge­kop­pelt wor­den. Ob die Schad­soft­ware bereits Wir­kung gezeigt hat, wur­de noch nicht erklärt. Immer­hin steht das Unter­neh­men nach eige­nen Anga­ben in engem Kon­takt mit dem Lan­des­kri­mi­nal­amt sowie dem Bun­des­amt für Sicher­heit in der Infor­ma­ti­ons­tech­nik (BSI). Aus­ser­dem sei­en exter­ne Fach­un­ter­neh­men hin­zu­ge­zo­gen wor­den, die hel­fen sol­len, die Lage in den Griff zu bekom­men.

Die Fol­gen der­ar­ti­ger Cyber-Angrif­fe kön­nen dras­tisch sein. In den Ver­wal­tun­gen trifft es vor allem die Bür­ger: Wenn bei­spiels­wei­se Autos nicht umge­mel­det wer­den kön­nen, oder eine Urlaubs­rei­se durch einen abge­lau­fe­nen Per­so­nal­aus­weis oder Rei­se­pass gefähr­det ist und Ersatz nicht mehr recht­zei­tig beschafft wer­den kann. In der frei­en Wirt­schaft geht es um völ­lig ande­re Dimen­sio­nen. So hat sich die Fun­ke Medi­en­grup­pe nach einem umfas­sen­den Angriff dazu ent­schlos­sen, die kom­plet­te IT-Infra­struk­tur kom­plett neu auf­zu­bau­en. Allei­ne 6000 Desk­top-Rech­ner und Note­books sind kom­plett neu ein­ge­rich­tet wor­den, oben­drein wur­den in gro­ßem Stil neue Com­pu­ter ein­ge­kauft, um einen Grund­stock für das Mam­mut-Pro­jekt zu haben. Immer­hin hat es das Medi­en­haus geschafft, den Geschäfts­be­trieb noch eini­ger­ma­ßen auf­recht­zu­er­hal­ten. Ein ähn­li­ches Sze­na­rio in ande­ren Bran­chen kann sich auf die Pro­duk­ti­on noch weit­aus hef­ti­ger aus­wir­ken. So stan­den im VW-Kon­zern nach einer IT-Stö­rung in meh­re­ren Wer­ken die Bän­der still, die Aus­wir­ken waren sogar welt­weit bei VW-Händ­lern zu spü­ren. Hier war der Aus­lö­ser nach Anga­ben des Kon­zern noch nicht ein­mal ein exter­ner Angriff, son­dern ein inter­nes Netz­werk­pro­blem.

Erst­mel­dung vom 30. Okto­ber:
Zur Stun­de gibt es einen umfang­rei­chen Sys­tem­aus­fall im Mär­ki­schen Kreis. Davon betrof­fen sind seit dem Mor­gen des 30. Okto­ber unter ande­rem die Inter­net­prä­sen­zen der Kreis­ver­wal­tung, aber der Städ­te Hal­ver oder Mei­nerz­ha­gen. Nicht so offen­sicht­lich wirkt sich die Stö­rung im Rechen­zen­trum für die Kier­sper Ver­wal­tung aus, denn die Web­site des Rat­hau­ses, kierspe.de, ist der­zeit noch pro­blem­los erreich­bar. Doch das täuscht!

Wie die Stadt selbst unter ande­rem auf Face­book mit­teilt, sind auch hier zahl­rei­che Funk­tio­nen lahm­ge­legt. Die gesam­te Infra­struk­tur des Rat­hau­ses kann der­zeit nur sehr ein­ge­schränkt genutzt wer­den. Buchun­gen, die Bür­ger selbst auf der Home­page vor­neh­men, funk­tio­nie­ren nicht. Wann die Pro­ble­me beho­ben sein wer­den, sei nicht abseh­bar, wie Doret­te Vor­mann-Berg auf Nach­fra­ge erklär­te.

Meh­re­re Medi­en berich­ten über­ein­stim­mend, dass eine Cyber-Atta­cke auf den kom­mu­na­len Dienst­leis­ter Süd­west­fa­len-IT die Ursa­che für die Stö­rung ist. Betrof­fen sind daher nicht nur Kom­mu­nen im Mär­ki­schen Kreis, son­dern auch ande­ren Land­krei­se wie Sie­gen oder Soest. Auch im Nach­bar­kreis Olpe sei­en alle Kom­mu­nen indi­rekt Opfer des Hacker-Angrif­fes, wie die WESTFALENPOST berich­tet. Der WDR berich­tet, der in Sie­gen und Hemer ansäs­si­ge IT-Anbie­ter habe 70 Kun­den, die alle mehr oder weni­ger durch die Atta­cke lahm­ge­legt wor­den sei­en. Teil­wei­se sei­en sogar die Tele­fon­sys­te­me zusam­men­ge­bro­chen.

Dies­be­züg­lich hat das Kier­sper Rat­haus noch Glück: Zumin­dest der alt­be­währ­te Griff zum Tele­fon­hö­rer funk­tio­niert zumin­dest aktu­ell noch pro­blem­los. Ande­re Rat­häu­ser haben nach Berich­ten des West­deut­schen Rund­funks mitt­ler­wei­le geschlos­sen. Im Rechen­zen­trum der Süd­west­fa­len IT wird der­zeit fie­ber­haft an einer Behe­bung der Stö­rung gear­bei­tet.

Foto oben: Screen­shot der Web­site kierspe.de
Foto unten: Rat­haus der Stadt Kierspe / Foto­graf: Mar­kus Klüm­per

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