3. März 2024
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Repair-Café startet ins neue Jahr

KIERSPE (mk) Auf den Tischen lie­gen ein zer­leg­ter Staub­sauger, eine höl­zer­ne Wand­lam­pe und ein defek­ter Was­ser­ko­cher. Auch ein Mul­ti­funk­ti­ons­dru­cker lässt einen Gast des Repair Café nach dem Feh­ler suchen. Das, was beim ers­ten dies­jäh­ri­gen Ter­min des Repa­ra­tur-Treffs ins Sozia­le Bür­ger­zen­trum “Hand in Hand” gebracht wur­den, waren ziem­lich typisch für die Sze­ne. Die Gerä­te, die nun am Diens­tag, 9. Janu­ar, die Schrau­ber her­aus­for­der­ten, erwie­sen sich teil­wei­se als har­te Nuss: Irre­pe­ra­bel, jeden­falls der Was­ser­ko­cher und der Staub­sauger. Das kommt vor, dabei haben der Tech­ni­ker und sein Gast alle Regis­ter gezo­gen, um die Haus­halts­ge­rä­te wie­der zum Leben zu erwe­cken. Doch dar­aus wur­de nichts: Der Was­ser­ko­cher dampf­te zum Abschied noch ein­mal an der fal­schen Stel­le, dann war end­gül­tig Fei­er­abend. Bei dem Staub­sauger waren die Erfolgs­aus­sich­ten ohne­hin sehr wage.

Ein Fias­ko für die Besit­zer? Kei­nes­wegs. Immer­hin haben sie eine Men­ge gelernt, und in der locke­ren Run­de in den Räu­men des Bür­ger­zen­trums eine Men­ge Spaß. Für die ver­sier­ten Schrau­ber und ihre Gäs­te gab es ja auch kei­nes­falls nur Nie­der­la­gen: Die Wand­lam­pe ließ sich sicher­lich wie­der instand­set­zen, auch bei einem alten Radio­we­cker der Fir­ma Blau­punkt bestan­den gute Chan­cen: “Die Uhr ist schon lan­ge kaputt, aber das Radio spielt noch. Aber es wird öfter plötz­lich ganz lei­se”, berich­tet die Besit­ze­rin die­ses rund 50 Jah­re alten Gerä­tes. Der Tech­ni­ker greift zum Kon­takt­spray, denn für die­ses Pro­blem ist ver­mut­lich der Laut­stär­ke­reg­ler selbst ver­ant­wort­lich. Sowas lässt sich mit­un­ter ohne Auf­schrau­ben des Gerä­tes behe­ben.

Viel Glück brauch­te man für die Repa­ra­tur eines Mul­ti­funk­ti­ons­dru­ckers. Lei­der hat­ten Belin­da Nar­we­leit und Jörg Hor­nung Pech: Hier konn­ten sie nichts aus­rich­ten. Ohne­hin han­delt es sich hier um eine Gat­tung von elek­tro­ni­schen Gerä­ten, die hin­sicht­lich der Instand­setz­bar­keit einen ganz üblen Ruf haben. Der Begriff “geplan­te Obso­les­zenz” wur­de qua­si für Com­pu­ter-Dru­cker kre­iert. Gegen­stän­de, die wegen Klei­nig­kei­ten aus­ge­mus­tert wer­den, weil die Her­stel­ler kon­struk­tiv alle Regis­ter zie­hen, um eine Repa­ra­tur zu ver­hin­dern. Oder gar das Lebens­en­de regel­recht “vor­pro­gram­mie­ren”.
Aber für die bei­den Mei­nerz­ha­ge­ner kein Grund für Frust: Es war eben einen Ver­such wert, und auch ihnen hat die Akti­on sicht­lich Freu­de gemacht. Ein Fai­ble für das Schrau­ben und Tüf­teln muss man haben, wenn man sich auf Feh­ler­su­che begibt.
Inter­es­san­te Gesprä­che erge­ben sich dabei ohne­hin, zumal im Lau­fe des Nach­mit­ta­ges auch noch Wolf­gang Koll vor­bei­schau­te. Der frü­he­re Vor­sit­zen­de von “Hand in Hand” nahm den Ter­min zum Anlass, das Bür­ger­zen­trum zu besu­chen. Vor vier Mona­ten hat er sei­nen Pos­ten an sei­nen Nach­fol­ger Mar­kus Gor­ecki über­ge­ben, und nun nach der ange­kün­dig­ten lan­gen Pau­se spon­tan sei­ne frü­he­re Wir­kungs­stät­te besucht. Der Emp­fang war herz­lich, und die Zeit dazwi­schen hat Koll offen­bar gut genutzt: “In sol­chen Zei­ten ent­steht ein gewis­ser Sog nach Auf­ga­ben”, erzählt Koll. Ob dar­un­ter auch Tätig­kei­ten für das Repair Café gewe­sen wären, hat er aber nicht ver­ra­ten.

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