3. März 2024
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Fast 400 Teilnehmer bei Kundgebung für die Demokratie in Kierspe

KIERSPE (mk) Der Zeit­punkt der Kund­ge­bung schien vie­len Men­schen doch nicht so unpas­send gewe­sen zu sein, wie man­cher viel­leicht dach­te: Die wie in vie­len Orten nun auch in Kierspe orga­ni­sier­te Demo für den Erhalt der Demo­kra­tie zog am Sams­tag­mor­gen, 10. Febru­ar, bei­na­he 400 Teil­neh­mer zum Forum vor der Gesamt­schu­le. Die Uhr­zeit für die Ver­an­stal­tung gegen rechts war vom neu gebil­de­ten Bünd­nis für Demo­kra­tie und Viel­falt bewußt mit 10 Uhr ange­setzt wor­den. Die Teil­neh­mer­zahl wur­de von meh­re­ren Betei­lig­ten über­ein­stim­mend auf deut­lich über 300 geschätzt, eher waren es 400, von denen sich etli­che mit bun­ten Schil­dern und Spruch­ta­feln gegen Extre­mis­mus und für den Erhalt von Demo­kra­tie, Viel­falt und vor allem aber Men­schen­wür­de posi­tio­nier­ten.

Mit­or­ga­ni­sa­tor Mar­kus Gor­ecki begrüß­te die zahl­rei­chen Teil­neh­mer der Kund­ge­bung. Fotos: Mar­kus Klüm­per

Eröff­net wur­de die Kund­ge­bung von Mar­kus Gor­ecki, der die­se gemein­sam mit Gun­du­la Schnei­der und Ulri­ke Schu­ma­cher feder­füh­rend orga­ni­siert hat. Die Demons­tra­ti­on ist auch als Auf­takt­ver­an­stal­tung für die Akti­vi­tä­ten des Kier­sper Bünd­nis­ses für Demo­kra­tie und Viel­falt zu ver­ste­hen. Dabei han­delt es sich um eine Grup­pie­rung von Men­schen, die sich auf ver­schie­dens­te Wei­se für den Erhalt unse­rer libe­ra­len Gesell­schaft und gegen ein Abdrif­ten gegen Rechts ein­set­zen wol­len.

In sei­ner Begrü­ßung defi­nier­te Gor­ecki die Zie­le der Kund­ge­bung: “Wir sind heu­te hier, um gemein­sam für ein demo­kra­ti­sches und viel­fäl­ti­ges Bünd­nis ein­zu­ste­hen, in der jeder gleich­be­rech­tigt ist und wir alle zusam­men­ar­bei­ten, um eine gerech­te und inklu­si­ve Gemein­schaft auf­zu­bau­en”, so der Mit­or­ga­ni­sa­tor. Für den Erhalt der Demo­kra­tie ein­zu­ste­hen, ist zwei­fel­los wich­ti­ger denn je.”

Bür­ger­meis­ter Olaf Stel­se macht in sei­ner Anspra­che deut­lich, dass die Demo­kra­tie nicht selbst­ver­ständ­lich sei, son­dern immer häu­fi­ger und offen­sicht­li­cher unter­gra­ben wer­de: “Ja — wir leben in einer Zeit, in der Zwei­fel wach­sen. Zwei­fel an Ent­schei­dun­gen, Zwei­fel an han­deln­den Per­so­nen, Zwei­fel an dem ein­ge­schla­ge­nen Weg. Nun ist Zwei­feln an sich nichts Schlim­mes — frag­wür­dig ist nur, wie die­se Zwei­fel immer öfter vor­ge­tra­gen und von Demo­kra­tie­fein­den wis­sent­lich miss­braucht wer­den.” Gleich­wohl zeigt sich der Kier­sper Bür­ger­meis­ter erleich­tert über die gro­ße Teil­neh­mer­zahl bei der Kund­ge­bung: “Ich bin stolz, dass durch sol­che Ver­samm­lun­gen wie die­se deut­lich wird, dass es vie­le Men­schen in unse­rer Stadt gibt, die für Demo­kra­tie und eine freie, offe­ne und libe­ra­le Gesell­schaft auf­ste­hen”, so Olaf Stel­se.

Mit bun­ten Schil­dern mach­ten die Teil­neh­men­den ihre For­de­run­gen und Mei­nun­gen deut­lich.

Ein Eck­pfei­ler der Demo­kra­tie in Deutsch­land ist das Grund­ge­setz. Das wur­de von Gun­du­la Schnei­der the­ma­ti­siert: “Wir alle ste­hen hier, weil wir uns Sor­gen machen um unse­re Demo­kra­tie. Für die­se Demo­kra­tie haben die Väter und Müt­ter des Grund­ge­set­zes, die noch unter dem Schock des Drit­ten Rei­ches stan­den, gerun­gen. Sie haben sich sehr gut über­legt, wie eine wehr­haf­te Demo­kra­tie aus­se­hen kann, die den Men­schen mög­lichst vie­le Frei­hei­ten und Gele­gen­hei­ten zur Mit­ge­stal­tung gibt, dabei aber sich gegen ihre eige­ne Zer­stö­rung von innen her­aus zur Wehr set­zen kann.”

Mit Rei­ner Fröh­lich, Pfar­rer im Ruhe­stand, konn­te das Bünd­nis für Demo­kra­tie und Viel­falt einen Spre­cher mit einem christ­li­chen, bibli­schen Blick­win­kel gewin­nen. Fröh­lich ver­deut­lich­te mit Bei­spie­len aus der Bibel, wie anfäl­lig jeder Mensch für das Böse ist. Grund genug, sich gegen Allein­herr­schaft und Dik­ta­tur aus­zu­spre­chen: “Des­halb bin ich stolz auf unse­re Demo­kra­tie und auf unser Grund­ge­setz, weil bei uns die Gewal­ten­tei­lung fest­ge­schrie­ben ist. Es kann nicht einer allei­ne ent­schei­den, was gemacht wird”, so Fröh­lich. In die meis­ten Poli­ti­kern in Deutsch­land setzt der ehe­ma­li­ge Pfar­rer viel Ver­trau­en: “Die Poli­ti­ker und Poli­ti­ke­rin­nen unse­res Lan­des set­zen sich fast alle dafür ein, dass es den Men­schen in unse­rem Land mög­lichst gut geht und dass unser Mit­ein­an­der gelingt. Dafür bin ich dank­bar.”

Rei­ner Fröh­lich, ehem. Pfar­rer, gab bibli­sche Impul­se zum Wert der Demo­kra­tie

Allei­ne schon, um den­je­ni­gen den Wind aus den Segeln zu neh­men, die Demons­tra­tio­nen und Kund­ge­bun­gen gegen rechts als “staats­ge­lenkt” bezeich­nen, war die­se Ver­an­stal­tung bewußt ohne direk­te Betei­li­gung etwa­iger Par­tei­en orga­ni­siert wor­den. Den­noch war der Zuspruch aus der Poli­tik groß. Auch hei­mi­sche Ver­tre­ter aus Land- und Bun­des­tag demonstier­ten mit, aller­dings in den Rei­hen der Teil­neh­mer.

Die Kund­ge­bung war nach rund einer Stun­de been­det. Das Wet­ter spiel­te mit, für kur­ze Zeit wur­de das Forum sogar von eini­gen Son­nen­strah­len erhellt. Obgleich die Teil­neh­mer­zahl um ein Mehr­fa­ches grö­ßer war als erhofft, blieb es fried­lich: Die anwe­sen­den Poli­zei­be­am­tin­nen und Beam­ten hat­ten kei­nen Anlass, in irgend­ei­ner Wei­se tätig zu wer­den. Für das Kier­sper Bünd­nis für Demo­kra­tie und Viel­falt war es ein Auf­takt für wei­te­re Akti­vi­tä­ten. Am ver­gan­gen Don­ners­tag, 8. Febru­ar, tra­fen sich rund ein Dut­zend inter­es­sier­ter Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in den Räu­men von “Hand in Hand” zu einem ers­ten Ken­nen­ler­nen und aus­lo­ten, wie man sich gemein­sam enga­gie­ren kann (mehr dar­über auf mein-kierspe.de in einem wei­te­ren Bericht).

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