30. Mai 2024
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“Erschreckend erfolgreich”: UWG organisiert Müllsammelaktion

KIERSPE (mk) Eigent­lich wären alle Betei­lig­ten froh gewe­sen, wenn gar­nicht so viel zusam­men­ge­kom­men wäre. Doch das Gegen­teil war der Fall: Beim tra­di­tio­nel­len “Früh­jahrs­putz” der Unab­hän­gi­gen Wäh­ler­ge­mein­schaft (UWG) füll­ten sich die Mül­lä­cke im Nu. Der Ter­min am ver­gan­ge­nen Frei­tag, 26. April, war bereits ein Nach­hol­ter­min, denn der ers­te war sprich­wört­lich ins Was­ser gefal­len. Dar­um war im Nach­hin­ein aber nie­mand böse, da dies­mal das Wet­ter per­fekt für eine sol­che Akti­on war.
Die Betei­li­gung war erneut rege: Am städ­ti­schen Bau­hof hin­ter dem Kier­sper Rat­haus kamen genug anpa­cken­de Hän­de zusam­men, um drei Grup­pen zu bil­den: Die ers­te küm­mer­te sich um den häu­fig von LKW-Fah­rern genutz­ten Park­platz an der B237 in Höhe Var­mert. Die zwei­te Grup­pe nahm sich zwei Park­plät­ze im Bereich Neu­en­haus an der L528 vor, wei­te­re Frei­wil­li­ge sam­mel­ten im Bereich Höh­len Müll und Unrat vom Stra­ßen­rand. Bereits am Mor­gen waren auch Kier­sper Schu­len an der Akti­on für den akti­ven Umwelt­schutz betei­ligt. An der Pes­ta­loz­zi-Grund­schu­le tru­gen die Kin­der etli­che Säcke mit acht­los weg­ge­wor­fe­nem Müll zusam­men.

Auch Kier­sper Schu­len wie die Pes­ta­loz­zi-Grund­schu­le betei­lig­ten sich. Foto: Pes­ta­loz­zi-Schu­le

Am Spät­nach­mit­tag kamen noch­mals etwa 50 Hel­fer zusam­men, sogar die Kin­der­feu­er­wehr und Moto­bal­ler vom MSF Tor­na­do betei­lig­ten sich.
Der “Erfolg” war weit grö­ßer, als den Samm­lern lieb war: Nicht wegen der Mehr­ar­beit, son­dern wegen des schwin­den­den Ver­trau­ens in die Mensch­heit. Rund zwei Stun­den schwärm­ten die Hel­fer aus: “Trau­ri­ger­wei­se kamen dabei vie­le Säcke zusam­men”, kom­men­tier­te Mit-Orga­ni­sa­tor Stef­fen Wie­land das Ergeb­nis. Die Not­wen­dig­keit sol­cher Aktio­nen wird dadurch natür­lich unter­stri­chen.

Fleis­sig wur­de Müll gesam­melt, für die Abfall­sä­cke war das eine res­sour­cen­scho­nen­de Zweit­ver­wer­tung. Foto: Mar­kus Klüm­per

Eini­ge Fund­stü­cke sind den Betei­lig­ten beson­ders in Erin­ne­rung geblie­ben: “Auf dem Park­platz bei Neu­en­haus haben wir Glas­schei­ben gefun­den, ein Stück wei­ter sogar eine gan­ze Schrank­wand”, berich­tet Stef­fen Wie­land. Die habe man aber nicht weg­räu­men kön­nen. Nach­voll­zie­hen kann er die­se Ent­sor­gung über­haupt nicht, denn in Kierspe wür­de der Sperr­müll doch kos­ten­los und unbü­ro­kra­tisch abge­holt wer­den. Kopf­schüt­teln auch bei einem wei­te­ren Fund: Zahl­rei­che Rei­fen hol­ten die Hel­fe­rin­nen und Hel­fer aus dem Wald. Lei­der nichts Unge­wöhn­li­ches, wobei dies­mal die schie­re Men­ge auf­fiel. Aus­ser­dem waren eini­ge der Rei­fen noch unbe­nutzt, da kleb­ten sogar noch Eti­ket­ten drauf. Lauf­leis­tung: Kei­nen ein­zi­gen Meter. Ver­wun­dert merkt ein Hel­fer an, dass man sowas doch noch über Klein­an­zei­gen­por­ta­le los­wer­den könn­te. Man­che ande­ren Hin­ter­las­sen­schaf­ten waren ein­fach nur wider­wär­tig. Dass meh­re­re Säcke mit Müll bereits “abhol­be­reit” an einem Park­platz lagen, stieß auf völ­li­ges Unver­ständ­nis der Hel­fer.

Sogar völ­lig unbe­nutz­te Exem­pla­re waren dabei: Rei­fen­fund im Wald. Foto: Mar­kus Klüm­per

Fleis­sig pack­ten auch Kin­der beim Früh­jahrs­putz mit an. Zur Beloh­nung gab es für die Mit­wir­ken­den, von denen man­che vor­bild­li­cher­wei­se mit dem Fahr­rad zum Treff­punkt gekom­men waren, einen lecke­ren Imbiss. Die bei­den Prit­schen- bezie­hungs­wei­se Anhän­ger­la­dun­gen Müll, die am Nach­mit­tag ein­ge­sam­melt wor­den waren, ver­schwan­den im Nu im gro­ßen Müll­con­tai­ner. So zwei­fel­haft wie der Erfolg je nach Blick­win­kel auch ist, hat der Früh­jahrs­putz ein­deu­tig viel gebracht. Stef­fen Wie­land sieht dar­in einen gro­ßen Bei­trag für den Umwelt­schutz, außer­dem wür­den dadurch Gefah­ren von den Klein­tie­ren im Wald fern­ge­hal­ten wer­den. Einig waren sich die Orga­ni­sa­to­ren auch, dass die rege Betei­li­gung der Kin­der gar­nicht hoch genug bewer­tet wer­den kön­ne, denn wer heu­te Müll ande­rer Leu­te ein­sam­melt, wirft selbst kei­nen in die Natur.

Hier die Bil­der­se­rie zur Sam­mel­ak­ti­on: